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Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Mindestlöhne und Kollektivverhandlungen können helfen, die wirtschaftliche Erholung nach der Krise ausgewogener und gerechter zu gestalten und den Anteil der Arbeitnehmer mit Niedriglöhnen zu verringern. Sie stellen sicher, dass Arbeitnehmerfamilien und Haushalte mit geringem Einkommen einen fairen Anteil an den Früchten des Wachstums erhalten.
© [misterQM: photocase.com]
Diese Ansicht vertritt der zweite „Global Wage Report“ der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) von 2010. Der Bericht dokumentiert die verheerenden Auswirkungen der Krise für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weltweit.
Für Deutschland fällt die Analyse der ILO-Experten zwar zunächst erfreulich aus: Deutschland habe im internationalen Vergleich die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise für den Arbeitsmarkt mithilfe von Instrumenten wie Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten äußerst erfolgreich bewältigt. Beschäftigung und Einkommen seien weitgehend stabil geblieben oder gegenüber dem Vorkrisenniveau nur leicht gefallen.
Dieses positive Bild wird jedoch durch langfristige Entwicklungen getrübt. Während die Einkommen in anderen entwickelten Ländern im letzten Jahrzehnt durchschnittlich um fünf Prozent - im weltweiten Schnitt sogar um fast 25 Prozent - stiegen, fielen sie in Deutschland laut ILO um 4,5 Prozent – trotz einer deutlich gewachsenen Arbeitsproduktivität im selben Zeitraum.
Neben den moderaten Tarifabschlüssen der vergangenen Jahre machen die Autoren insbesondere die Ausweitung des Niedriglohnsektors und die Zunahme von atypischen Beschäftigungsformen – wie Zeitarbeit und 400-Euro-Jobs – für das schlechte Abschneiden Deutschlands verantwortlich. Die Zahlen für 2010 zeigen dem ILO-Bericht zufolge, dass sich der negative Trend bei Löhnen und Gehältern deutscher Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verfestigt – obwohl sich die Konjunktur belebt hat.
Bereits in ihrem ersten Global Wage Report von 2008 hatte die ILO angesichts weltweit sinkender Reallöhne im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise die Regierungen aufgefordert, Mindestlöhne anzuheben.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010