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Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Mindestlöhne und Kollektivverhandlungen können helfen, die wirtschaftliche Erholung nach der Krise ausgewogener und gerechter zu gestalten und den Anteil der Arbeitnehmer mit Niedriglöhnen zu verringern. Sie stellen sicher, dass Arbeitnehmerfamilien und Haushalte mit geringem Einkommen einen fairen Anteil an den Früchten des Wachstums erhalten.
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Mindestlohn-Gegner behaupten gerne, dass eine Lohnuntergrenze in Deutschland Jobs gefährde. Nun beweist eine Studie der US-Eliteuniversität Berkeley, die im November 2010 in der „Review of Economics and Statistics“ veröffentlicht wurde: Höhere Mindestlöhne haben in den Vereinigten Staaten in den vergangenen 16 Jahren keine Jobs vernichtet. „Wir finden keine negativen Beschäftigungseffekte“, so das Fazit.
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Die politische Auseinandersetzung um die Begrenzung des Niedriglohnsektors in Deutschland ist nach wie vor in vollem Gang. Zwar gewinnt die Forderung nach einem einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn immer mehr an Unterstützung, aber durchgesetzt ist sie noch keineswegs.
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich in Deutschland immer weiter. In 2009 verdiente jeder Sechste weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens und galt damit nach EU-Definition als armutsgefährdet. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Gleichzeitig schrumpft die Mittel- und wächst die Oberschicht, so zeigt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Noch immer wird in der Bundesregierung über jeden neuen Branchenmindestlohn gestritten. Die Bevölkerung hingegen hat sich in dieser Frage längst entschieden. Dem AWO-Sozialbarometer von Juli 2010, das TNS Infratest im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erstellt hat, ist eine überdeutliche Mehrheit von insgesamt 90 Prozent für die Einführung von Mindestlöhnen. 67 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Lohnuntergrenze in allen Branchen aus.
Ein Mindestlohn würde die Einkommenslage von bis zu vier Millionen Vollzeitbeschäftigten und rund fünf Millionen geringfügig und Teilzeitbeschäftigten – zum Teil erheblich – verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Auftrag gegebenes Gutachten vom Juli 2009.
Nicht nur in Deutschland öffnet sich seit vielen Jahren die Lohnschere. Jedoch reagiert die Politik in kaum einem Land so zögerlich auf diese Entwicklung. Zuweilen wird sie sogar noch gefördert. Ein gesetzlicher Mindestlohn, der die galoppierende Ausweitung der Niedriglohnbeschäftigung stoppen würde, findet zwar eine Mehrheit in der Bevölkerung. In deren Vertretung, dem Bundestag ist eine solche Mehrheit bislang nicht zusammengekommen.
Mindestlohn-Gegner beziffern die Arbeitsplatzverluste, die bei Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ihrer Meinung nach drohen, mit 141.000 bis 1,2 Millionen. Eine Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen von Dezember 2009, erstellt im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), kommt zu ganz anderen Ergebnissen.
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
79 Prozent der Deutschen sprechen sich für einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland und in ganz Europa aus. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von Infratest dimap im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG im Vorfeld der Europawahl im Juni 2009.
Während 1996 in der westdeutschen Privatwirtschaft noch 66 Prozent der Beschäftigten durch einen Tarifvertrag geschützt waren, profitierten 2007 lediglich 52 Prozent von festen Vereinbarungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. In Ostdeutschland ging der Anteil der Beschäftigten mit Tarifverträgen im selben Zeitraum von 48 Prozent auf 33 Prozent zurück.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010