Frauen

18.03.2011

Studie: Frauen sind immer öfter Hauptverdienerinnen

Eine Studie zeigt: Das Bild der Frau als Zuverdienerin ist überholt. Immer mehr Frauen erwirtschaften heute den Hauptteil des Familieneinkommens. Zu diesem Ergebnis kam das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung in einer Studie, die auf der von DGB initiierten Konferenz "Frauen bestimmt" am 14. Januar 2010 in Berlin vorgestellt wurde.

Auch wenn Frauen im Durchschnitt noch immer weniger verdienen als Männer und seltener auf Führungspositionen sitzen: In den vergangenen 15 Jahren hat die Bedeutung des Einkommens von Frauen zugenommen, das traditionelle Modell des männlichen Familienernährers bröckelt. In 34 Prozent der Haushalte, in denen eine Frau lebt, seien diese auch die Hauptverdiener, so Christina Klenner, Referatsleiterin für Frauen- und Geschlechterforschung im WSI gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

16 Prozent verdienten als Singles ihren eigenen Lebensunterhalt, ganze 18 Prozent seien "Familienernährerinnen“ – als Alleinerziehende oder im Paarhaushalt. In mehr als jedem zehnten Paarhaushalt verdiene die Frau inzwischen das Haupteinkommen der Familie.

Der Grund für diesen Trend liege jedoch nicht in einer bewussten Entscheidung der Frauen oder Paare. Die meisten würden eher unfreiwillig in die Rolle der Familienernährerin gedrängt, entweder weil sie alleinerziehend sind oder weil ihr Partner die Rolle des Hauptverdieners nicht erfüllen kann. Arbeitslosigkeit oder ein niedriges Einkommen des Partners seien die Hauptgründe dafür, dass immer mehr Frauen die finanzielle Verantwortung für die Familie übernehmen. Denn auch Männer sind zunehmend von prekärer Arbeit und Niedriglohn betroffen.

Dass Familienernährerinnen ebenso wie andere Frauen auch mit Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen haben, macht die Sache nicht einfacher. Noch immer sind Frauenjobs oft unterbezahlt, die Zugangsmöglichkeiten zu Positionen mit guten Einkommenschancen sind äußerst ungleich verteilt. Deshalb seien Haushalte, in der eine Frau den Hauptteil des Einkommens verdient, laut Studie überdurchschnittlich oft im unteren Einkommensbereich zu finden.

Dem bisher weitgehend unerforschten Phänomen der „weiblichen Familienernährerinnen“ widmen sich zwei parallel angelegte, durch die Hans-Böckler-Stiftung finanzierte Forschungsprojekte mit dem Titel „Flexible Familienernährerinnen“.

 
 

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