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Leiharbeitskräfte, die Vollzeit arbeiten, verdienen nur etwa die Hälfte der fest angestellten Vollzeitbeschäftigten. Gleichzeitig werden die Einkommensabstände zwischen Leiharbeitskräften und Festangestellten immer größer.
Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor, die Anfang Februar dieses Jahres veröffentlicht wurde. Auf Basis der Entgeltstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) wertete der DGB die Lohnangaben von 500.000 vollzeitbeschäftigten Leiharbeitskräften aus.
Demnach verdiente bundesweit jeder zehnte der vollzeitbeschäftigten Leiharbeitskräfte weniger als 1.000 Euro brutto, in Ostdeutschland war es sogar jeder fünfte. „Armut trotz Arbeit ist hier an der Tagesordnung, selbst wenn Hartz IV eventuell durch einen Zweitjob am Abend oder eine Erwerbstätigkeit anderer Familienangehöriger verhindert werden kann“, sagt der DGB-Arbeitsmarktexperte Wilhelm Adamy. 92.000 der etwa 900.000 Leiharbeitskräfte in Deutschland müssen ihren Lohn aufstocken, damit sie über die Runden kommen. Ihr Armutsrisiko ist demnach vier bis fünf Mal größer als in der Gesamtwirtschaft. „In keiner anderen Branche ist das Risiko der Hartz-IV-Bedürftigkeit so groß wie im Verleihgewerbe“, stellt Adamy fest.
Im Durchschnitt verdienen Leiharbeitskräfte im Westen Deutschlands 1.456 Euro brutto im Monat und im Osten Deutschlands nur 1.224 Euro. Lediglich eine kleine Minderheit der Leiharbeitskräfte kommt auf einen Verdienst von über 2.000 Euro brutto pro Monat, während dies in der Wirtschaft für 70 Prozent der Vollzeitbeschäftigten gilt.
Die Einkommensabstände der Leiharbeitskräfte zu Festangestellten haben sich in den vergangenen Jahren immer weiter vergrößert und werden in Zukunft weiter ansteigen, so die Prognose des DGB. „Wettbewerbsverzerrungen sind die Folge, wenn der Staat über Hartz IV Dumpinglöhne in so starkem Maße subventioniert“, warnt Wilhelm Adamy. Leiharbeit dürfe nicht länger ein Mittel sein, um Stammbelegschaften zu ersetzen und um die Löhne unter Hartz-IV-Niveau zu drücken.
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