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Hartz IV-Empfänger seien faul, unmotiviert und lebten auf Kosten der Steuerzahler. Mit diesem Vorurteil werden die Bezieher von Arbeitslosengeld II nur allzu häufig pauschal abgestempelt. Doch eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt: Mehr als die Hälfte der rund fünf Millionen Hartz IV- Empfänger zwischen 15 und 64 Jahren gehen entweder arbeiten, kümmern sich um die Kinder, pflegen Angehörige oder bilden sich weiter.
Laut Studie machen Aufstocker mit rund einem Drittel die größte Gruppe der Hartz IV- Empfänger aus. 29,3 Prozent der Befragten gaben an, einen Job zu haben und trotzdem auf ergänzende Unterstützung vom Amt angewiesen zu sein. Ähnlich viele (28,8 Prozent), meistens Frauen, kümmern sich um Kinder, die jünger sind als sieben Jahre.
Zwar gebe es unter den fünf Millionen ALG-II-Beziehern etwa 350.000 Menschen, die sich der Verpflichtung entziehen, einen Job zu suchen, und weder Kinder betreuen noch Angehörige pflegen. Doch insgesamt, so die Forscher, sei die Motivation der meisten Hartz-IV-Empfänger hoch. „Sie weisen Arbeit einen hohen Stellenwert zu“, bemühten sich um einen Job und seien sogar bereit, auch schlecht bezahlte Arbeit anzunehmen.
Doch die Erfolgsaussichten seien oftmals gering. Lediglich ein Viertel der Befragten wurde in dem Untersuchungszeitraum von einem Monat überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Für eine bessere Vermittlung empfehlen die Betroffenen „keine härtere Gangart gegenüber den Grundsicherungsempfängern“, sondern ein „individuelles Eingehen“ auf die persönliche Situation.
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