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Mittwoch Abend, 23. April. Eine übermenschlich große Puppe im Müllmann-Kostüm setzt sich in Bewegung und hält zielstrebig auf das Brandenburger Tor zu. Begleitet wird sie von einem Tross in rote T-shirts gekleideter „Kollegen“. „Alles wird teurer“ steht auf ihren Hemden geschrieben. Vor dem Gebäude der Commerzbank am Pariser Platz bezieht die Gruppe Position: Hier trifft sich heute der Bundesverband der deutschen Entsorgungswirtschaft zum parlamentarischen Abend. Die ankommenden Gäste werden mit Flugblättern empfangen, ein Transparent ist ausgerollt. „Wir wollen den Arbeitgebern zeigen, dass wir uns nix mehr gefallen lassen. Wir wollen endlich vernünftige Bezahlung. Wir wollen den Mindestlohn!“, fordert der Müllmann-Riese. Ein Mindestlohn für die Abfallwirtschaft? Nicht alle Veranstaltungsgäste zeigen Verständnis für die Aktion. Fast kommt es zu Hangreiflichkeiten, als ein Arbeitgeber den Namen seiner Firma auf dem Transparent entdeckt. Doch nicht ganze zwei Jahre später zeigt sich: Die Aktion hat sich gelohnt. Seit Januar 2010 gibt es einen Mindestlohn für die Abfallwirtschaft. Beschäftigte der Branche dürfen heute nicht weniger als 8,24 Euro brutto pro Stunde verdienen.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010