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Im Krisenjahr 2008 ging die Mindest.Tour in ihre zweite Runde. Fast 100 Stationen steuerte der Mindestlohn-Truck samt der mobilen Ausstellung „Arm trotz Arbeit“ an und erreichte so erneut tausende Menschen. Mit beachtlichem Erfolg: 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sprachen sich Ende des Jahres laut einer Umfrage für Mindestlöhne aus. "Deutschland braucht den Mindestlohn" hieß es im April auch auf einer Groß-Demonstration des Europäischen Gewerkschaftsbunds in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana, wo gleichzeitig die europäischen Finanzminister über die Finanzkrise diskutierten. Auch bei der SPD-Klausurtagung am brandenburgischen Schwielowsee (September) oder beim CDU-Perspektivkongress in Dresden (Oktober) war die Mindestlohn-Aktivistinnen und Aktivisten zur Stelle. Mit Truck, Puppen, Samba-Band und Booten sorgten sie dafür, dass ihre Forderung nach einer gesetzlichen Lohnuntergrenze von der Politik nicht ungehört bleiben konnte. Im Juli schuf die Große Koalition die gesetzlichen Voraussetzungen zur Einführung von Branchenmindestlöhnen. Ein Teilerfolg, denn viele Wirtschaftszweige sind mit diesen Instrumenten nicht zu regeln! Und auch an den Ursachen für Lohnarmut hat sich 2008 nichts geändert. Mehr als jeder fünfte Beschäftigte arbeitete in diesem Jahr für einen Niedriglohn – so viele wie nie zuvor.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010