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7. März 2006, 9:30 Uhr. Berlin-Mitte: Der Wind pfeift bitterkalt, aber den zwei Männern in Kletterausrüstung, die auf dem Dach der ver.di Bundesverwaltung arbeiten, wird trotzdem warm. Sie knoten, zurren, spannen – endlich ist es geschafft: Ein überdimensionales Transparent leuchtet von der Fassade des roten Backsteinbaus am Spreeufer: „Arm trotz Arbeit?“, steht dort. Und darunter: „Kein Lohn unter 7,50 Euro pro Stunde!“ Es ist der Startschuss für die Initiative Mindestlohn.
Die Gewerkschaften ver.di und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) haben sich zusammengetan, um für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns zu trommeln. Deutschland ist eines der wenigen EU-Länder, in dem es keinen Mindestlohn gibt; Löhne und Gehälter befinden sich im freien Fall. Diesen Trend soll die Kampagne umkehren, Aufmerksamkeit für das Problem von Dumpinglöhnen und für das „Gegengift“ schaffen – mit Plakaten, Aktionen, Unterschriftensammlungen. Am Ende des Jahres kann die Initiative eine positive Bilanz ziehen: Mehr als 60 Prozent der Bundesbürger unterstützen das Anliegen. 100.000 fordern mit ihrer Unterschrift den Mindestlohn, fast 800 haben sich in Testimonials mit Bild öffentlich dafür ausgesprochen. Ein guter Auftakt!
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010