200 Euro zum Leben im Monat

Ich arbeite in einem Unternehmen der Leiterplattenbranche als Mitarbeiter der Qualitätssicherung. Für diese Tätigkeit erhalte ich einen Brutto-Stundenlohn von 7,57 Euro, bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden. Dies ergibt dann einen Brutto-Monatslohn von rund 1.300 Euro und ein Netto-Entgelt von circa 940 Euro. Nach Abzug aller Kosten, wobei allein die Miete fast die Hälfte des Lohnes ausmacht, plus Versicherung, Telefon etc., bleiben ungefähr 200 Euro für den eigenen Verbrauch übrig. Davon soll man nun einen kompletten Monat auskommen??!! Zudem verdiene ich mit diesem Stundensatz ungefähr genau so viel wie die Reinigungskraft!
Auf mögliche Job-Alternativen bewerbe ich mich zwar auch, aber man hat den Eindruck, dass potenzielle Arbeitgeber bei Angabe von Kündigungsfristen ziemlich schnell abwinken. Ebenso ist es Tatsache, dass am liebsten Mitarbeiter eingestellt werden, die frisch von der Arbeitsagentur kommen – am besten mit einem in Aussicht gestellten Kostenzuschuss.

 

Dies hatte ich mir nun als Diplom-Ingenieur Elektronik nicht ausgemalt, je bei einem derartigen Dumpinglöhner arbeiten zu müssen. Dies verärgert einen um so mehr, dass eben dieser Arbeitgeber jeden Cent den er aus der Firma pressen kann, für sein privates Vergnügen verprasst.

Elektrotechniker aus Berlin