Schnellzugriff
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Im Bauhauptgewerbe wurde bereits 1997 der deutschlandweit erste Mindestlohn eingeführt. Erklärtes Ziel war es bereits damals, das Lohndumping auf dem Bau zu stoppen, den Unternehmen durch den Einsatz von osteuropäischen Arbeitnehmern zu Dumpinglöhnen betreiben. Doch noch immer versuchen Firmen, den Mindestlohn zu umgehen und ihre Arbeiter auszubeuten. Ein aktueller Fall macht selbst die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FSK) des Münchner Zolls sprachlos.
Auf einer Baustelle in Schwabing wurden rumänische Arbeiter unter menschenunwürdigen Umständen beschäftigt. Sie schufteten im Februar 2011 220 Stunden für etwa vier Euro pro Stunde an einer Wohnsiedlung, in der 59 Wohnungen und acht Reihenhäuser entstehen sollen. Üblicherweise arbeiten Beschäftigte auf dem Bau in Bayern 170 Stunden pro Monat für einen Mindestlohn von 10,29 Euro pro Stunde. Zudem wurden die elf rumänischen Arbeiter zu dritt oder viert in „alten, stinkenden und dreckigen Containern“ untergebracht, berichtet der Chef der FSK in München, René Matschke. „So etwas haben wir noch selten gesehen“, sagte er gegenüber der
Süddeutschen Zeitung.
Die Rumänen seien auf der Baustelle für einen Sub-Sub-Unternehmer des Generalunternehmers tätig geworden und hätten die Dumpinglöhne bereits in ihrer Heimat vereinbart. Sieben der elf Männer hätten wegen der widrigen Umstände bereits gekündigt und ständen nun teilweise sogar ohne Geld da. „Sie wissen nicht einmal, wie sie nach Hause kommen sollen“, erklärt Matschke.
Gegenüber der Süddeutschen Zeitung bestreitet der Generalunternehmer von den miserablen Beschäftigungsbedingungen gewusst zu haben. Man sei davon ausgegangen, dass die Rumänen korrekt entlohnt worden seien. Den Vorwürfen wolle man allerdings nachgehen.
Bundesweit überprüfte die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit ihren aktuell 6.500 Beschäftigten 2009 51.600 Unternehmen, die in Branchen aktiv sind, wo Mindestlöhne gelten. Durch die von den Gewerkschaften bemängelte Unterbesetzung der Behörde bleiben viele schwarze Schafe unentdeckt und drücken gegen das Gesetz die Löhne.
Link dieser Seite
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010