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Niedriglöhne sind im Wesentlichen Frauensache. Das ist bereits bekannt. So sind 68 Prozent aller Geringverdienenden in Deutschland Frauen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAQ) berichtet. Neu ist allerdings, dass nicht nur Teilzeitkräfte und Minijobberinnen, häufige Beschäftigungsverhältnisse von Frauen, schlecht bezahlt werden. Vielmehr verdient auch jede dritte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland einen Niedriglohn.
© Svea Anais Perrine./ photocase.de
Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor.
So seien unter den 7,3 Millionen weiblichen Vollzeitkräften 33 Prozent Geringverdienerinnen. Bei den Männern betrage der Anteil 13 Prozent. Als Geringverdienende gelten Beschäftigte, die bei einer Vollzeitstelle weniger als 1.870 Euro brutto pro Monat im Westen und 1.367 Euro brutto pro Monat in Ostdeutschland verdienen.
In der Frankfurter Rundschau erklärt Claudia Weinkopf vom IAQ, dass Frauen so wenig verdienen würden, weil sie häufig in Branchen mit geringerer Tarifbindung arbeiten würden. Doch selbst wenn Tarife festgeschrieben seien, werde „typische“ Frauenarbeit wie in der Pflegebranche oder im Einzelhandel weitaus geringer bezahlt als „typische“ Männerarbeit auf dem Bau oder im Handwerk.
Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland daher fast ein Viertel weniger als Männer. Der EU-Durchschnitt betrage 17,5 Prozent, wie das Frauenministerium in seiner Antwort auf die Anfrage der Partei DIE LINKE zugibt.
Die Lohnarmut betrifft nicht nur die Frauen selbst, sondern wirkt sich auch negativ auf ihre Kinder aus. Immer mehr Frauen in Deutschland stemmen das Haupteinkommen der Familie. Verdienen Sie nur einen Niedriglohn, rutschen auch ihre Kinder in die Armut.
Die Gewerkschaften setzen sich für einen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde ein. Damit wird nicht nur Lohnarmut verhindert, sondern auch ein wichtiger Schritt für die Gleichberechtigung im Berufsleben getan.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010