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Hessen könnte etwa 54 Millionen Euro an Steuergeldern pro Jahr mehr einnehmen, wenn es einen allgemeinen Mindestlohn in Höhe von 7,50 Euro pro Stunde gäbe, so die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, mit Blick auf eine Prognos Studie vom April 2011.
„Ich arbeite in einer Cafeteria an einem Gymnasium. Von 8 bis 14 Uhr. Ich bekomme aber nur drei Stunden bezahlt und diese mit 4,10 Euro brutto. Da mein Mann noch arbeitet, können wir momentan noch ohne Hartz IV leben. Aber viele meiner Kolleginnen können das nicht.“
Niedriglöhne sind im Wesentlichen Frauensache. Das ist bereits bekannt. So sind 68 Prozent aller Geringverdienenden in Deutschland Frauen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAQ) berichtet. Neu ist allerdings, dass nicht nur Teilzeitkräfte und Minijobberinnen, häufige Beschäftigungsverhältnisse von Frauen, schlecht bezahlt werden. Vielmehr verdient auch jede dritte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland einen Niedriglohn.
2009 arbeiteten etwa 640.000 Frauen weniger Vollzeit als noch 1999 – die wenigsten können daher von ihrem Lohn leben. Das geht aus einer Anfrage der Partei DIE LINKE an die Bundesregierung zum Frauentag 2010 hervor, berichtet die Frankfurter Rundschau. Obwohl die Frauenerwerbsquote in Deutschland gestiegen sei, finden immer weniger Frauen eine Vollzeitstelle, kritisiert die Linkspartei.
Bisher lautete die einhellige Meinung, dass die weltweite Wirtschaftskrise vor allem die Männer betrifft und die Frauen auf dem aktuellen Arbeitsmarkt profitieren. Die Statistik legt diese Schlussfolgerung nahe, sind doch vor allem männerdominierte Branchen von dem Wirtschaftsabschwung und somit von Arbeitslosigkeit betroffen.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010