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EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
& Dienstleistungsfreiheit
Ab Mai 2011 tritt in Deutschland die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft. Dann dürfen Beschäftigte aus acht osteuropäischen Ländern in Deutschland Arbeit suchen. In einigen Branchen könnten Unternehmen dann noch leichter Löhne drücken. Durch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns kann die Politik für faire Bedingungen sorgen - für Zuwanderer wie Einheimische.
EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
& Dienstleistungsfreiheit
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) haben sich auf einen neuen Mindestlohn-Tarifvertrag geeinigt. Dieser sieht eine Erhöhung der Mindestentgelte für rund 170.000 Beschäftigte im Sicherheitsgewerbe vor, die erste Stufe soll zum 1. Juni 2011 in Kraft treten.
EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
& Dienstleistungsfreiheit
Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, fürchtet, dass es in der Landwirtschaft wieder ein Arbeitsrecht nach Gutsherrenart geben könne. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Ab 2011 dürften auch Arbeitnehmer aus den neuen EU-Ländern ohne Arbeitserlaubnis in Deutschland eine Beschäftigung aufnehmen. Bisher, so Wiesehügel, sei mit der Arbeitserlaubnis für Arbeiter aus Polen oder Litauen auch ein Schutz verbunden gewesen.
Die ab Mai 2011 geplante Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für acht neue EU-Staaten könnte nach Einschätzung von Joachim Möller, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit, das Ausbreiten von „Schmuddelfirmen mit Hungerlöhnen“ befördern.
Die Idee eines Mindestlohns findet immer mehr Anhänger. Das berichtet der Spiegel. Ab dem Mai 2011 gilt in der Europäischen Union die völlige Arbeitnehmerfreizügigkeit. Nicht nur die Gewerkschaften fürchten Lohnkonkurrenz, auch Unternehmer, Politiker und Juristen sind alarmiert. Nur Mindestlöhne könnten einen Dumpinglohnwettlauf verhindern. Helmut Uder, Arbeitsmarktexperte beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), prophezeit einen gnadenlosen Verdrängungswettbewerb.
Ab Mai 2011 erhalten Arbeitnehmer aus acht osteuropäischen Staaten freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Gewerkschaften und Arbeitnehmer fürchten im Zuge dieser europäischen Öffnungspolitik die Lohnkonkurrenz aus den Nachbarstaaten. Schon heute arbeiten Leiharbeiter aus Mittel- und Osteuropa in Deutschland bis zu 16 Stunden am Tag für Stundenlöhne zwischen 1,50 und 5,40 Euro. Durch Niedriglöhne wie diese drücken deutsche Firmen so das allgemeine Lohnniveau.
EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
& Dienstleistungsfreiheit
Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA), Dieter Hundt, hat sich vor dem Hintergrund einer Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für osteuropäische Beschäftigte im Mai 2011 für einen Mindestlohn in der Leiharbeit ausgesprochen. Gegenüber der Stuttgarter Zeitung sagte er: „Ich unterstütze die Bestrebungen der Zeitarbeitsverbände, die Zeitarbeit in das Entsendegesetz aufzunehmen.“
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010