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Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig fordert, Erwerbslose und Geringverdienern am Aufschwung teilhaben zu lassen. „Damit sich Arbeit für diese Menschen wirklich lohnt, fordern wir den Mindestlohn“, schreibt Machnig in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. „Aber das allein reicht nicht.“
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Das deutsche Steuer- und Abgabensystem sei „ungerecht“ und bedürfe einer Reform „für diejenigen, die so wenig verdienen, dass sie keine oder kaum Steuern bezahlen“, so der Minister weiter. Insbesondere die Sozialabgaben würden geringe Einkommen stark belasten.
Die von der Bundesregierung geplante Vereinfachung werde die Ungerechtigkeiten noch verschärfen. Die für 2013 angekündigte Reform komme einseitig Spitzenverdienern und Vermögenden zugute und seien damit „schwarz-gelbe Klientelpolitik“.
Die Analyse des Politikwissenschaftlers Christoph Butterwegge, wonach die vergangenen Änderungen des Steuerrechts „Reiche begünstigt“ haben, stützt Machnigs Forderung. Hinter der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland stehe eine „Systematik“, so der Professor von der Universität Köln auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Erfurt.
Auch während des Aufschwungs ist diese Kluft weiter gewachsen. Die Privatvermögen und Spitzengehälter haben ihr früheres Niveau längst wieder erreicht. Einer Analyse der Hans Böckler Stiftung zufolge werden die Einkommen in diesem Jahr trotz anhaltend guter Auftragslage voraussichtlich lediglich die Inflation ausgleichen.
Und auf den zweiten Blick erscheint auch der hohe Stand der Beschäftigung in einem anderen Licht. Die Zahl der Leiharbeiter liegt bei einem Rekordniveau von über 900.000, fast 5 Millionen geringfügig Beschäftigte verdienen nicht mehr als 400 Euro im Monat und zahlen nicht in die Sozialkassen ein und im vergangenen Jahr war bereits jede zweite angebotene Stelle befristet. Mit Blick auf diese Entwicklung fordert Machnig Korrekturen und einen „neuen Grundkonsens“.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010