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Wenn ein wirtschaftlicher Aufschwung ein Land oder eine Region erfasst, müssten in der Folge eigentlich die Löhne steigen. Nicht so in Deutschland.
Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig fordert, Erwerbslose und Geringverdienern am Aufschwung teilhaben zu lassen. „Damit sich Arbeit für diese Menschen wirklich lohnt, fordern wir den Mindestlohn“ , schreibt Machnig in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. „Aber das allein reicht nicht .“
Bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) werden bis zu 1.000 Tagelöhner pro Tag eingesetzt. Einer von ihnen klagt nun gegen diese Praxis.
Mehr als jeder zweite junge Vollzeitarbeitnehmer zwischen 15 und 24 Jahre arbeitet in Deutschland im Niedriglohnsektor. Dabei sind die Auszubildenden nicht mit eingerechnet.
Bei landesweiten Kontrollen auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung in Niedersachsen haben Zoll und Kommunen 354 Gesetzesverstöße aufgedeckt. Das teilte das Wirtschaftsministerium in Hannover mit. Überprüft wurden bei einer Großaktion Anfang Mai insgesamt 2.244 Personen und 878 Unternehmen, darunter vor allem Baufirmen und Handwerksbetriebe.
Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland verdienen weniger als die Armutsgrenze, also als Alleinstehender 925 Euro pro Monat. Wie Wissenschaftler der Hans-Böckler-Stiftung ermittelten, sind inzwischen sieben Prozent der Beschäftigten in Deutschland von Armut trotz Arbeit betroffen. Zwar liegt Deutschland mit seinem Anteil armer Arbeitnehmer noch im europäischen Durchschnitt, doch die Zahl der Betroffenen ist steigend.
„Ich finde es erniedrigend und beschämend, dass ich als examinierte Fachkraft so schlecht bezahlt werde und wir als Familie Hilfe vom Staat beantragen müssen, um über die Runden zu kommen- obwohl mein Mann ebenfalls arbeitet...“
Die Löhne von Leiharbeitskräften im Großraum München sind im Vergleich zu anderen Regionen am niedrigsten. Das hat eine Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) München ergeben. Im Jahr 2009 lag demnach das Bruttoeinkommen von Vollzeitbeschäftigten im Schnitt bei 3.360 Euro im Monat. Leiharbeitskräfte kamen dagegen auf durchschnittlich 1.741 Euro brutto. Das sind 48 Prozent weniger.
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di wirft dem Lebensmitteldiscounter Netto vor, sittenwidrige Löhne zu zahlen und Tarife systematisch zu unterlaufen. Die zum Edeka-Konzern gehörige Kette hatte 2007 die Märkte des Konkurrenten Plus übernommen.
Dumpinglöhne gibt es massenhaft: Floristen in Sachsen-Anhalt verdienen 4,35 Euro pro Stunde. Ungelernte Frisöre in Berlin bekommen 3,65 Euro, gelernte 4,65 Euro, in Schleswig-Holstein ganze vier Cent mehr: 4,69 Euro. Ein Wachmann in Mecklenburg-Vorpommern erhält einen Stundenlohn von 4,32 Euro, ein Fleischer in Thüringen 5,49 Euro. Und im Hotel- und Gaststättengewerbe in Nordrhein-Westfalen werden 6,63 Euro pro Stunde gezahlt.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010