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Leiharbeit ist nicht nur ein unsicheres Beschäftigungsverhältnis, sondern wird auch schlecht bezahlt. Drei Viertel der vollzeitbeschäftigten Leiharbeitskräfte verdient nur einen Niedriglohn.
Die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will ein neues Tariftreuegesetz verabschieden. Demnach sollen öffentliche Aufträge nur noch an Firmen vergeben werden, die Mindestlöhne zahlen und bestimmte ökologische und soziale Kriterien einhalten. Das sieht der Entwurf eines Tariftreuegesetzes vor, der demnächst beschlossen werden soll. Im Entwurf ist zudem auch festgelegt, dass sich der Mindestlohn an den Tarifen im öffentlichen Dienst orientiert soll.
Trotz Aufschwung in Deutschland sind immer mehr Menschen zusätzlich zu ihrem Einkommen auf Hartz IV angewiesen, weil der Lohn zum Leben nicht reicht. 2010 erhielten 1,4 Millionen Menschen die staatliche Unterstützung, um über die Runden zu kommen.
In Deutschland sind mittlerweile über sieben Millionen Menschen in einem sogenannten Minijob beschäftigt. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.
Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen (CDU), will Ein-Euro-Jobs in Deutschland eindämmen. Zwar sollten diese Jobs Langzeitarbeitslose und schwierige Fälle wieder an den Arbeitsmarkt heranführen, doch in der Realität machten die Billiglöhner so manchem Jobsuchenden eine reguläre Stelle streitig und senkten das Lohnniveau ab.
Immer mehr Menschen können von ihrer Arbeit nicht leben. Die Zahl derjenigen, die trotz einer Vollzeitstelle auf ergänzende Zahlungen der Arbeitsagenturen angewiesen sind, steigt kontinuierlich an. In den letzten Jahren ist so ein von Staat und Steuerzahlern subventionierter Niedriglohnsektor entstanden. Die Allgemeinheit zahlt, die Unternehmen profitieren.
Union und FDP hatten sich 2010 darauf verständigt, dass die Krankenkassen ihre Finanzlöcher in Zukunft über pauschale Zusatzbeiträge aller Krankenkassenmitglieder stopfen sollen. Diese Pauschalzahlung stellt vor allem Geringverdiener vor schwere finanzielle Probleme, während Gutverdiener von der Pauschalzahlung profitieren. Wie die Financial Times Deutschland am 14. März 2011 berichtet, sollen nun Steuergelder für den Sozialausgleich in der gesetzlichen Krankenversicherung reserviert werden.
Niedriglöhne in der Leiharbeit werden im Rekordtempo immer teurer für den Steuerzahler. Allein im Juni 2010 musste der Bund 40 Millionen Euro ausgeben, um die zu niedrigen Gehälter von Leiharbeitnehmern aufzustocken. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Diese Zahlen stammen aus einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei. Für das gesamte Jahr 2010 liegen noch keine Zahlen vor.
Beschäftigte in Call-Centern sind trotz Arbeit überdurchschnittlich häufig auf ergänzende Hartz-IV-Leistungen angewiesen, um über die Runden zu kommen. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Partei DIE LINKE hervor. Demzufolge verdienten 7,4 Prozent der Vollzeit-Beschäftigten so wenig, dass sie zusätzlich der Unterstützung des Staates bedurften. Im Bundesdurchschnitt liegt die Zahl der sogenannten Aufstocker bei 2,5 Prozent.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010