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Über Jahre ist der Niedriglohnsektor in Deutschland immer größer geworden. Jetzt treten die Langzeitfolgen immer deutlicher hervor. Immer mehr Menschen verdienen zu wenig, um ausreichend für das Alter vorzusorgen. Dem Land droht eine Welle von Altersarmut. Das stellten Sozialwissenschaftler und Politiker auf einer Fachtagung an der Neubrandenburger Hochschule fest. Der Osten Deutschlands sei besonders stark betroffen, so Karl August Chassé, Sozialwissenschaftler an der Fachhochschule Jena.
© MFO/ photocase.de
Grund dafür sei die in den neuen Bundesländern durchschnittlich doppelt so hohe Arbeitslosigkeit und der stark ausgeprägte Niedriglohnsektor. Das Problem beschränke sich jedoch nicht nur auf den Osten. „Die soziale Ungleichheit hat bundesweit zugenommen“, so Chassé.
Die politische Förderung von Niedriglohnbeschäftigung durch die vergangenen Bundesregierungen habe ihre gewünschten Effekte verfehlt. „Die niedrigen Löhne haben sich nicht als Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt bewährt“, erklärt der Jenaer Wissenschaftler. Als die einzige Möglichkeit, eine weitere Zunahme von Altersarmut zu verhindern, forderte sein Kollege Ernst Ulrich Huster von der Hochschule Bochum die schnellstmögliche Einführung von Mindestlöhnen.
Eine solche Lohnuntergrenze fordern auch die Gewerkschaften. Sie warnen zudem davor, dass sich das Problem der Altersarmut mit der geplanten Anhebung des Renteneintrittsalters noch verschärfen wird. Die Rente mit 67 sei „nichts anderes als ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm“, so der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske. Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung zufolge bleibt den heute 20- bis 25-Jährigen selbst dann nur eine gesetzliche Rente am Existenzminimum, wenn sie über 35 Jahre ein Durchschnittseinkommen verdienen und entsprechend Beiträge zahlen.
Die schwarz-gelbe Bundesregierung kann das Problem nicht länger ignorieren. Doch statt die Ausweitung des Niedriglohnsektors durch einen gesetzlichen Mindestlohn zu verhindern, kündigte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kürzlich an, im April kommenden Jahres werde eine „regierungsinterne Kommission“ zum Thema Altersarmut eingesetzt.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
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Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
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Monitor, 25.03.2010