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Die Angst vor Armut im Alter breitet sich aus. Leider ist sie allzu oft berechtigt. Experten gehen davon aus, dass die Altersarmut in Deutschland in den kommenden Jahren drastisch zunehmen wird. Die Ursache: Gebrochene Erwerbsbiografien und niedrige Löhne sind auf dem Vormarsch. Das gesetzliche Rentensystem basiert auf kontinuierlichen Erwerbsverläufen, dem sprichwörtlichen Normalarbeitsverhältnis. Doch atypische und prekäre Beschäftigung nehmen zu.
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Wer einige Jahre befristet beschäftigt war, dann arbeitslos und nun in Teilzeit arbeitet, hat im Alter schlechte Karten. Weder können dann ausreichende Rentenanwartschaften aufgebaut noch kann privat vorgesorgt werden. Schon jetzt wächst die Altersarmut. Ende 2008 bezogen laut Statistischem Bundesamt 768.000 Senioren Grundsicherung im Alter. Frauen verdienen im Schnitt immer noch 23 Prozent weniger als Männer und haben häufiger unterbrochene Erwerbsbiografien. Sie sind daher überdurchschnittlich von Altersarmut bedroht.
Auch niedrige Löhne drücken auf die Rente. Das bekommen Ältere vor allem in den ostdeutschen Ländern zu spüren. Denn hier sind Arbeitslosigkeit und Niedriglohn seit 1990 weit verbreitet. Die Daten des Statistischen Landesamtes Berlin-Brandenburg zeichnen ein düsteres Bild: Die Zahl derer, die Rente auf Sozialhilfeniveau beantragen müssen, hat sich innerhalb von fünf Jahren beinahe verdreifacht. Und dieser traurige Trend setzt sich fort. Die Niedriglohnbeschäftigung, von den Unternehmen gepriesen und von der Politik gefördert, ist keineswegs zum Sprungbrett in den regulären Arbeitsmarkt geworden. Sie ist das Sprungbrett in die Altersarmut. Die Rente mit 67 verschärft die Lage noch. Wer vorzeitig in den Ruhstand geht, muss Abstriche bei der Rente in Kauf nehmen.
Anstatt den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, grassiert daher die Angst vor dem Abstieg im Alter. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) meldete im September 2010: Jeder zweite Deutsche zwischen 30 und 59 macht sich sehr große Sorgen um seine Altersversorgung. Dafür hatte die AWO 1.000 Personen über 18 Jahren befragt. Besonders beunruhigend: Selbst junge Menschen denken mit Sorge ans Alter. 41 Prozent der Unter-30-Jährigen fürchten Altersarmut.
Experten fordern daher immer wieder die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Besonders Geringverdiener, Teilzeitbeschäftigte oder Minijobber sind oft auf die gesetzliche Rente als einzige Einnahmequelle im Alter angewiesen. Flächendeckende Mindestlöhne würden die Erwerbstätigen in der gesetzlichen Rentenversicherung besser absichern und die sozialen Sicherungssysteme nachhaltig stärken. Ein Existenz sichernder Lohn ist die Voraussetzung für ein gutes Leben im Alter.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010