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Die Angst vor Armut im Alter breitet sich aus. Leider ist sie allzu oft berechtigt. Experten gehen davon aus, dass die Altersarmut in Deutschland in den kommenden Jahren drastisch zunehmen wird. Die Ursache: Gebrochene Erwerbsbiografien und niedrige Löhne sind auf dem Vormarsch. Das gesetzliche Rentensystem basiert auf kontinuierlichen Erwerbsverläufen, dem sprichwörtlichen Normalarbeitsverhältnis. Doch atypische und prekäre Beschäftigung nehmen zu.
Experten warnen seit langem vor den langfristigen Folgen von Lohndumping und prekärer Beschäftigung. Die Kommunen werden sie schon in den kommenden Jahren zu spüren bekommen: Die Kosten für die Grundsicherung würden immer mehr „zum finanziellen Sprengsatz“ für die kommunalen Haushalte, warnt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes.
Über Jahre ist der Niedriglohnsektor in Deutschland immer größer geworden. Jetzt treten die Langzeitfolgen immer deutlicher hervor. Immer mehr Menschen verdienen zu wenig, um ausreichend für das Alter vorzusorgen. Dem Land droht eine Welle von Altersarmut. Das stellten Sozialwissenschaftler und Politiker auf einer Fachtagung an der Neubrandenburger Hochschule fest. Der Osten Deutschlands sei besonders stark betroffen, so Karl August Chassé, Sozialwissenschaftler an der Fachhochschule Jena.
Dumpinglöhne in der Leiharbeit haben ein Milliardenloch in die Rentenkassen gerissen. Der Arbeitsrechtsexperte Peter Schüren schätzt, dass die Rentenversicherung 1,6 Milliarden Euro von Leiharbeitsfirmen nachfordern könnte, die ihre Angestellten jahrelang mit viel zu niedrigen Löhnen abgespeist hätten.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010