Hauptnavigation

Sie sind hier: Startseite > Dumpinglohn > Telekommunikation  

Telekommunikation

Call Center: Bei unserem Arbeitgeber wird permanent künstlich an der Gehaltschraube gedreht. Angefangen habe ich 2007 mit 7,50 Euro brutto. Dieser Lohn wurde aufgrund meiner drei Jahre Betriebszugehörigkeit mittlerweile um 0,25 Cent erhöht, auf 7,75 Euro. Nur dadurch, dass ich mich von meiner Position als Kundenberater (Call Agent) auf die Position des Line Supervisors (Line Steuerung) durchgekämpft habe, lässt sich mit Müh und Not ein Nettogehalt von 1.250 bis 1.300 Euro erreichen. Dies setzt sich wie folgt zusammen: 7,75 Euro Grundlohn +1,50 Euro Projektzulage (pro geleistete Arbeitsstunde) +150 Euro (brutto) Sonderfunktionszulage. Die „Projektzulage“ definiert sich über eine nur in unserem Projekt (Technischer Support) zutreffende „Sondervereinbarung“. Diese Projektzulage gibt es nur, wenn man die Seniorberaterzertifizierung erhalten hat. Nun hat man mich aufgrund meiner Sonderfunktion (die eigentlich der eines Line Supervisors gleich zu setzen ist) die vergangenen zwei Jahre diesbezüglich in Ruhe gelassen und mir die 1,50 Euro pro Stunde gewährt (bei Krankheit fällt diese Zulage übrigens weg). Doch nun ,im Rahmen einer Reorganisation verlangt man von mir, nach fast zwei Jahren die ich nicht mehr telefoniert habe, den Seniorberater zu machen, um mir weiterhin die 1,50 Euro + pro Stunde zu zahlen. Meine vertraglich definierte Position heißt „Kundenberater mit Sonderfunktion“ ,obwohl ich definitiv völlig andere Tätigkeiten ausführe, die wohl eher einem Supervisor/Teammanager/Schichtplaner gleichzusetzen sind, aber nicht einem Kundenberater. Ich arbeite oft sieben Tage die Woche, häufig mehr als 50 Stunden die Woche (Überstunden werden erst ab einem bestimmten Wert ausbezahlt - 80+). Sollte ich nun den Seniorberater aufgrund meiner langen Telefonie-Abstinenz nicht „bestehen“, rutscht mein Gehalt automatisch um die 1,50 Euro ab, obwohl ich mit der Telefonie seit langem nichts mehr zu tun habe und dem Unternehmen sowieso schon, dadurch das es meine Position aufgrund der vertraglichen Definition nicht voll entlohnen muss, eine Menge Geld spare, versucht man nun auf diesem Wege auch noch, die im Verhältnis lächerliche Bezahlung nochmals zu kürzen! Übrigens: Alle anderen Mitarbeiter in anderen Projekten in unserem Haus bekommen den Grundlohn von 7.50 Euro

-Hamburg-303-




Die Arge verlangte weitere Bewerbungen – trotz Vollzeitbeschäftigung

Call-Center: Die Arge verlangte weitere Bewerbungen, weil der Verdienst trotz Vollzeitbeschäftigung zu gering war und die Arge die Kosten der Aufstockung einsparen wollte. Auch Bewerbungen für einen zusätzlichen Mini-Job wurden verlangt – trotz Vollzeitbeschäftigung (40-Stunden-Woche; 6,81 Euro Brutto-Stundenlohn). Ich bin Fachkraft und verfüge über eine kaufmännische Ausbildung mit zusätzlicher Fremdsprachenausbildung (Handelskorrespondenz). Diese Fachkenntnisse wurden auch eingesetzt, aber nicht gesondert bezahlt. Einstellung wurde offiziell als Telefonistin vorgenommen. Bin inzwischen wieder arbeitslos, da ich einzig und allein für diesen Kunden eingestellt wurde, allerdings mit unbefristeten Vertrag. Kündigung erfolgte nach Ablauf weniger Monate innerhalb der Probezeit (sechs Monate).
-NRW-297-




Mit dem Geld komme ich nur über die Runden da meine Frau gut verdient

Call Center Agent: Die Arbeit macht Spaß. Aber: unregelmäßige Arbeitzeiten; immer mehr Aufgaben für das gleiche Geld; keine bezahlten Pausen; kein Krankengeld; kein festes Angestelltenverhältnis; mit dem Geld (4,60 Euro Stundenlohn brutto) komme ich nur über die Runden da meine Frau gut verdient.

-Sachsen-285-




Meine sozialen Kontakte beschränken sich bedingt durch die Arbeitszeiten auf meine Familie und einen Kern treuer Freunde

Call Center Agent: Ich leiste Dienst als Call Center Agent im Bereich Technik. Ich bin mindestens neun Stunden täglich vor Ort (acht Stunden Dienst und eine Stunde Pause. Einsatz an durchschnittlich fünf Tagen innerhalb einer Sieben-Tage-Woche. Rotation innerhalb eines Zeitraumes von 06:00 bis 01:00 Uhr. Unabhängig von Sonn- und Feiertagen. Für letztere erhalte ich 20 Prozent Gehaltszuschlag. Als Techniker erhalte ich zusätzlich eine feste Zulage von 150 Euro Brutto. Durch schnelle Call's welche ich - nach Bewertung durch meine Kontakte (Kunden)-problemlösend und freundlich bearbeiten konnte, kann ich mir zusätzlich eine variable Prämie erarbeiten. Ich bin seit einigen Jahren dabei. Meine sozialen Kontakte beschränken sich mittlerweile -bedingt durch die Arbeitszeiten - auf meine Familie und einen Kern treuer Freunde. Ich lebe entsprechend meiner Einkünfte. Ab und an mal ins Kino bzw. auch mal nett im Lokal essen gehen. Von den circa 1.050 Euro Netto gehen monatlich etwa 200 bis 250 Euro für Tankkosten drauf. Zu meinen Kollegen habe ich ein gutes Verhältnis, jedoch bleibt wenig Raum für persönliche Gespräche. Seit drei Jahren gibt es bei uns einen Betriebsrat.
-Mecklenburg-Vorpommern-282-




Zusatzleistungen benötigt

Call Center Agent: Trotz 40-Stunden-Woche (Ehefrau 25 Stunden) müssen wir zusätzliche Leistungen beantragen. Ich verdiene 1.500 Euro brutto im Call-Center. Hungern müssen wir nicht, besitzen aber zum Beispiel kein Auto. Ärgerlich sind Sachen wie, dass das 6-Jährige Kind eine Monatskarte für die Straßenbahn benötigt und es keine Ermäßigungen gibt. Sprich, volle 30 Euro die ich als Erwachsener auch bezahle.

-Sachsen-Anhalt-263-




Finanzielle Unterstützung von Eltern nötig

Ich arbeite Vollzeit bei einem Call-Center und meine Freundin ist Azubi im 3. Lehrjahr als Altenpflegerin. Mitte Februar 2010 erwarten wir unser erstes gemeinsames Kind. Zusammen haben wir ein Nettoeinkommen von rund 1.700 Euro, wovon die laufenden Kosten bezahlt werden müssen. Meine Eltern zahlen meine Privathaftpflicht, Autoversicherung, Steuern, „Urlaubsgeld“, Inspektionen, Reparaturen. Selbst die GEZ zu bezahlen stellt sich alle drei Monate als Herausforderung dar, Geschweige denn irgendwelche Rücklagen zu bilden. Auf meiner Arbeitsstelle werden die gesetzlich vorgeschriebenen Bildschirmpausen nicht eingehalten, es gibt keine ergonomisch geformten Stühle und während des Sommers haben wir teilweise bei 36 Grad gearbeitet, weil es nur Deckenventilatoren gibt. VWL oder sonstige betriebliche Zuwendungen des Arbeitgebers gibt es nicht, außer einem Jobticket. Eine betriebliche Altersvorsorge bietet die Firma selbst auf Nachfrage nicht an. Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld gab es hier anscheinend noch nie, dafür eine vierteljährliche Variable von maximal 300 Euro brutto, von der nach Abzug der Steuern eh nichts übrig bleibt. Es gibt teilweise Angestellte die seit 9 Jahren hier arbeiten und noch nie eine Weiterbildung besucht haben.

-Hessen-229-




650 Netto, 80 Km täglicher Arbeitsweg-Familienleben gleich null

Ich bin im Inboundbereich der technischen Hotline tätig und habe einen 30 Wochenstunden-Arbeitsvertrag mit täglich wechselndem Schichtsystem. Die Schichtpläne sind maximal auf 14 Tage ausgerichtet, so dass eine familiäre Planung darüber hinaus nicht möglich ist. Mein Stundenlohn beträgt 6,50 Euro brutto und der monatliche Netto-Lohn beläuft sich im Durchschnitt auf 650,00 Euro. Um meine Arbeitsstätte aufsuchen zu können, fahre ich täglich insgesamt 80 Kilometer, das bedeutet rund 130,00 Euro monatlich an Benzinkosten. Von Seiten meines Arbeitgebers erfolgt keine Fahrkostenrückerstattung. Abzüglich der Fahrkosten beträgt mein verfügbares Nettoeinkommen für den Lebensunterhalt rund 520 Euro. Schichtzuschläge erhalten wir Mitarbeiter nicht. Über die Einkommenssteuererklärung kann ich die Aufwendungen für die Fahrkosten zwar geltend machen, bekomme hier aber nichts zurück, da ich im Jahr nur rund 38 Euro Steuern bezahle. Staatliche Hilfen/Leistungen erhalte ich nicht, da mit meinem Einkommen, dem Einkommen meiner Ehefrau und dem Einkommen aus der Vermietung einer Wohnung die erforderliche Mindestgrenze überschritten wird. Die Mehrzahl meiner Kolleginnen und Kollegen sind auf staatliche Hilfen angewiesen.

-Mecklenburg-Vorpommern-117-




Bei 35 Grad 10 Stunden vor dem PC

In unserem Call-Center wird der Arbeitsdruck immer größer. In der vorgegebenen Zeit müssen wir immer mehr Telefonate führen. Das bedeutet, dass ständig Überstunden angeordnet werden – statt 40 werden häufig 46 Stunden in der Woche gearbeitet. Aber: Diese Überstunden werden nicht bezahlt, und Abbummeln geht auch nicht. Die Luft in den Arbeitsräumen ist im Sommer unerträglich heiß und stickig. An heißen Tagen arbeitet man bei 35 Grad 10 Stunden lang und starrt nur auf den PC. Wir haben 15 Minuten zusätzliche Pause, was natürlich nicht zur Regeneration der Augen oder des Geistes ausreicht. Viele Kollegen fühlen sich überarbeitet. Selbst junge Kollegen klagen über Kopf-, Augen- und Rückenschmerzen. Der Krankenstand ist entsprechend hoch.

-Mecklenburg-Vorpommern-109-




600 Euro brutto für einen Monat Arbeit

Ich bin 25 Jahre alt, habe zwei Kinder (4 und 7 Jahre) und lebe mit meinem Partner zusammen. Ich arbeite seit einiger Zeit im Callcenter in Mecklenburg-Vorpommern für 5 Euro brutto die Stunde - ein Witz, das weiß ich selber. Leider gibt es für mich keine andere mögliche Tätigkeit, da ich durch die Kita-Öffnungszeiten nur von 7 bis 16 Uhr arbeiten kann. Daher ist dieser Job eine Notlösung. Denn für monatlich 600 Euro brutto arbeitet keiner gerne freiwillig. Viele meiner Kollegen arbeiten ebenfalls 30 Stunden die Woche, viele sogar 40. Zusätzlich darf die "Mannschaft" auch noch jedes vierte Wochenende einen Samstag für 6 Stunden arbeiten. Angeblich darf man die Tage dann irgendwann mal „abbummeln“, aber diese Versprechungen verlaufen meistens im Sand. Telefongespräche im In-, sowie im Outbound können von den Chefs ständig abgehört werden, darüber werden wir vorher natürlich nicht informiert. also wie bei Big Brother, nur ohne Kameras. Der Druck in diesem Callcenter ist enorm. Viele der Kollegen, wie auch ich arbeiten nur dort, weil nichts anderes zu finden ist und bleiben nur, weil die Kollegen untereinander sehr gut miteinander auskommen. Ansonsten wäre dieser Sitz des Unternehmens schon fast leer. Das „Beste“ ist die Länge der Probezeit: sechs Monate!!!!! Und in dieser Zeit gibt es natürlich keinen Anspruch auf Urlaub und eine Krankschreibung traut sich kaum einer, weil dann schon an viele Kollegen die Kündigung ging.

-Mecklenburg-Vorpommern-5-



nach oben   |   zurück   |   versenden   |   Druckversion

DRAN BLEIBEN!

Mit unserem Newsletter ...

Newsletter





Mindestlohn-Weblog

  • Möllenberg: Familienministerin muss sich für Mindestlohn aussprechen

    Die NGG meldet: 'Die von Familienministerin Kristina Schröder angekündigten Konsequenzen aus...

    mehr…

Gesicht zeigen