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Pflege

Die jetzige Stelle rettete mich vor Hartz IV, ist aber unterbezahlt

Altenpflege: Ich habe im Jahr 2000 mit Abschlussexamen nach drei Jahre Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert. 2000 habe ich noch fast 5.000 DM bekommen bei einer 38,5 Stundenwoche. Die jetzige Stelle rettete mich vor Hartz IV, ist aber unterbezahlt. Keine Sonntagszuschläge, 25 Prozent Zuschläge an Feiertagen, sechs-Tage-Woche (Bruttostundenlohn: 10,38 Euro, rund 1.800 Euro brutto im Monat). Die Agentur für Arbeit weigerte sich, mich ins Ausland zu vermitteln. Ich habe mich beschwert. Erst als Probearbeit fest stand, sollte ich einen Termin zur Auslandsvermittlung bekommen. Ich habe jahrelang kontinuierlich zunehmendes Jobmobbing erlebt. Der vorige Arbeitgeber zog die Pause im Nachtdienst ab. Ich war allein und habe mich erfolgreich gewehrt. Erst recht nach der Kündigung.
Ein Pflegedienst in Grainau nötigte zur Sklavenarbeit mit mehr als 12 Stunden täglich. Monatelang bekamen frühere Kollegen/innen keinen Lohn. Die stellten trotzdem neue Pflegekräfte ein.
-NRW-301-




Ich finde es beschämend, dass ich als examinierte Fachkraft so bezahlt werde

Krankenschwester: Ich arbeite seit 2002 in einem ambulanten Pflegedienst, bin dort als examinierte Krankenschwester eingestellt, arbeite zur Zeit nur 20 Stunden pro Woche, ansonsten hatte ich eine 35 Stundenwoche mit etlichen Überstunden. Trotz qualifizierter Weiterbildungsmaßnahmen meinerseits, habe ich selbst nach einem persönlichen Gespräch wegen einer Lohnerhöhung (derzeit bekomme ich 7,67 Euro brutto in der Stunde) nur eine freundliche Abfuhr bekommen. Ich fühle mich erniedrigt und finde es beschämend, dass ich als examinierte Fachkraft so bezahlt werde. Damit wir als Familie über die Runden kommen, muss ich Gelder vom Staat beantragen. Ich habe drei Kinder: acht, fünf und ein Jahr alt, mein Mann arbeitet als Hausmeister.

-Sachsen-299-




4 Prozent unentgeltliche Mehrarbeit seit vier Jahren

Ich bin in einer Senioreneinrichtung. Wir schieben seit vier Jahren 4 Prozent Mehrarbeit ohne diese bezahlt zu bekommen. Dadurch sollen die Arbeitsplätze gesichert werden. Jeder von uns macht im Monat zahlreiche Überstunden. Im Durchschnitt hat jeder, egal in welchen Bereich, 100 bis 300 Überstunden. Es gibt keine Möglichkeit die wachsenden Überstunden abzubauen. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Gehaltserhöhungen - alles vorbei. Man kann ja froh sein, Arbeit zu haben.

-Hessen-84-




180 Stunden im Monat Schichtdienst für 6,50 Euro pro Stunde

Ich arbeite Vollzeit bis zu 180 Stunden im Monat, Wechselschicht früh-spät, jedes zweite Wochenende, feiertags, 12 Tage Dienst - zwei Tage frei Stundenlohn brutto: 6,50 Euro; im Monat 1.450 Euro brutto). Mein Ehemann (56) hat keinen Jo. Er hatte bereits vier Bandscheiben-OPs in den letzten vier Jahren - im Arbeitsmarkt kaum noch vermittelbar. Unsere Kinder sind schulpflichtig, 8 und 9 Jahre alt. Unser Einkommen: Lohn + Kindergeld + Aufstockung durch Hartz IV.

-Schleswig-Holstein-45-



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