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Logistik

Ausbeuter Lohnsystem, clever verpackt

Berufskraftfahrer: In unserer Firma herrscht ein Ausbeuter Lohnsystem, clever verpackt. 1.260 Euro Basislohn plus variable Zuschläge (also Leistungslohn der eigentlich für Kraftfahrer verboten ist) zwischen 0 bis 500 Euro brutto bei einer 45 bis 70 Stundenwoche. Jeden zweiten Samstag arbeiten, jede zweite Woche nachts fahren circa zwölf Stunden täglich ohne Zuschlag. Jahresurlaub 21 Tage (steht sogar im Arbeitsvertrag), auf Variable Zuschläge besteht kein Rechtsanspruch. Kleinere Schäden am Fahrzeug durch Unfall werden einem einfach vom variablen Lohn abgezogen (ich schätze bis circa 1.000 Euro). Bei zwei Wochen Urlaub in einem Monat sinkt der variable Lohn auf null. Man kann sagen, dass es nur unbezahlten Urlaub gibt! Bei Krankheit gibt es auch keinen variablen Lohn. Monatliche Arbeitszeit ca. 250 Stunden!!!! Der Lohn reicht kaum zum Leben. ( Kein Urlaub, wenig Zeit, Keine Möglichkeit zum Sparen oder für größere Anschaffungen.
-Sachsen-Anhalt-284




„Jahrespraktikanten“ - der neueste Trend

Tournee-Booking: Ich habe gerade bei der Firma gekündigt, um mich selbstständig zu machen (zunächst mit ALG II Unterstützung), möchte die Tätigkeit aber unbedingt noch anprangern. 40 Stunden pro Woche standen zwar in meinem Vertrag, aber ich arbeitete mindestens 45 Stunden pro Woche (Stundenlohn: 6 Euro brutto). Dabei nicht eingerechnet ist der regelmäßige Pflicht-Besuch von Veranstaltungen abends und am Wochenende. Überdies sollte man rund um die Uhr telefonisch erreichbar sein. Vor meiner Festanstellung habe ich dort bei exakt derselben Tätigkeit 6 Monate als Praktikantin mit 100,- Euro Lohn pro Monat gearbeitet. Das war bereits mein drittes unbezahltes Praktikum, auch einen Ein-Euro-Job habe ich schon freiwillig sechs Monate absolviert - das alles, nachdem ich sowohl mein Abitur als auch mein Studium mit "sehr gut" abgeschlossen habe. Bei der Firma erschien mir die Aussicht auf eine Festanstellung so verlockend, dass ich tatsächlich diesem unglaublichen Ausmaß an Ausbeutung zugestimmt habe. Zurzeit arbeiten in dieser Firma drei „Jahrespraktikanten“ - der neueste Trend. Eine davon hat eine abgeschlossene Ausbildung plus ein abgeschlossenes Studium...
-NRW-276-




6 Tage Woche - wenig Geld

Kraftfahrer: Ich arbeite in einer 6 Tageswoche. Arbeitszeiten von 16 Uhr bis 2 Uhr morgens ohne Zuschläge für 7,94 Euro Brutto-Stundenlohn. Nur Samstag 25 Prozent, Sonntag 50 Prozent, feiertags 100 Prozent.
-Brandenburg-268-




Keine bezahlten Krankentage oder Urlaub

Busfahrer: Ich mache Schülerfahrten im Auftrag des Landschaftsverbandes Rheinland LVR. Lebe in einer „Bedarfsgemeinschaft“ (Ehe) und kann keine Leistungen irgendwelcher Ämter beantragen. Ich fahre bis zu 4 Stunden am Tag Förder-Schüler zum Schulunterricht und hole die Kinder am Nachmittag wieder ab um sie nach Hause zu fahren. Mein Lohn beträgt je nach Fahrzeit zwischen 3 und 4 Euro. Ich betrachte dies als Dumpinglohn ! Es werden keine Urlaubs- oder Krankentage bezahlt. In der Ferienzeit wird kein Lohn bezahlt.
-NRW-267-




Die Schulden steigen

Ich arbeite als Kurier für Arzneimittel. Man arbeitet rund 10 bis 12 Stunden bei einem Brutto-Stundenlohn von 3,20 Euro. Das macht etwa 800 Euro netto im Monat. Meistens sind die Lohnabrechnungen falsch. So werden die Menschen ausgenutzt.
Ich bin immer pleite und die Schulden steigen höher. So macht das kein Spaß mehr zu arbeiten. Es ist Mode bei den Chefs, das keine Verantwortung gegenüber der Arbeitnehmern übernommen wird und die menschenunwürdigen Umgangsformen werden etabliert. Der Mensch verkommt zur billigen Ware und ist dann gebrochen.
-NRW-262-




Keine Sozialleistungen

Kurierfahrer: Ich habe eine 5 bis 6 Tage-Woche mit 50 bis 55 Stunden in der Woche. Es gibt keine Sozialleistungen und keine Entgeltzahlungen an Feiertagen (Brutto-Stundenlohn: 6,50 Euro).

-Bayern-255-




Tariflohn umgangen

Spedition: Ich bin Single, deswegen kam ich mit dem Geld über die Runden. Offiziell sollte ein Stundenlohn von 8,70 Euro gezahlt werden (Tarif Transportgewerbe Ost). Tatsächlich ist aber ein Tourenlohn gezahlt worden, der die tatsächlich gearbeiteten Stunden bei weitem nicht berücksichtigt hat (ständig 6-Tage-Woche, täglich mindestens 12-14 Stunden, abwechselnd Tag- und Nachtschicht). Ich habe mich deswegen inzwischen von der Firma getrennt.
-Niedersachsen-250-




Bis zu 274 Stunden im Monat

Spedition: Mein Bruttogehalt setzt sich zusammen aus 1.700 Festlohn, 100 Euro Prämie, wenn es keine Schäden am Fahrzeug gibt, 100 Euro Fahrgeld und Spesen. Ich arbeite zwischen 197 und 274 Stunden im Monat, so dass der Brutto-Stundenlohn zwischen 10,28 und 7,37 Euro schwankt. Ich fahre jeden Tag 50 Kilometer zu meiner Arbeitsstelle und 50 Kilometer zurück. Außerdem geht von meinem Gehalt noch Unterhalt in Höhe von 257 Euro für meine Tochter ab.

-Hessen-244-




Knallharte Sklaverei

Kraftfahrer: Einstellung/Abwicklung alles per Telefon. Laut Arbeitsvertrag bekomme ich 1.400 Euro brutto plus Spesen, das macht zusammen mindestens 1.600 Euro. Gezahlt wurden jedoch rund 800 Euro für 14 tätige Einsätze zwischen Österreich und Deutschland! Als Grund für die „Lohnabzüge“ wurden unter anderem Benzinkosten für Leihwagen angegeben. Nachdem ich mehrere Ex-Fahrer auf Rasthöfen getroffen hab, weiß ich nun, dass ich kein Einzelfall in dieser Firma bin. In meinen Augen hat das schon nix mehr mit Dumpinglöhnen zu tun, sondern mit knallharter Sklaverei.

-Sachsen-240-




Arbeit ohne Vertrag

Fahrer: Ich beziehe eine Erwerbsunfähigkeitsrente und verdiene mir je nach Stundenzahl das Erlaubte dazu. Das heißt, ich bin als Geringfügigbeschäftigter (400 Euro) angemeldet. Ich habe keinen schriftlichen Arbeitsvertrag. Ich habe keinen bezahlten Urlaub, Krankentage werden nicht bezahlt. Ich werde stundenweise (5 Euro netto pro Stunde) bezahlt. Ich weiß, dass so ein Arbeitsverhältnis keiner Regelung entspricht, aber mein Arbeitgeber war als einziger bereit mich mit meiner körperlichen Einschränkung überhaupt einen Job zu geben.
-NRW-239-




Vom Geld bleibt nichts übrig

Kaufmann/Spedition: Im Moment ist es so, dass ich von früh bis spät abends arbeiten gehe und keine Freizeit die Woche über habe. Die Überstunden werden dann großzügigerweise angerechnet! Vom Geld her gesehen bleibt nix für das normale Leben übrig. Alles geht für Miete, Auto, Wohnung, Essen und Trinken drauf! Für mehr reicht es nicht...... Und das alles für 1.000 Euro brutto im Monat (6,25 Euro brutto die Stunde)!

-Sachsen-238-




Tatsächliche Arbeitszeit spielt keine Rolle

Kurierfahrer: Ich bin als Kurierfahrer unterwegs. Von Arbeitsbeginn (inkl. Auf - u. Abladen) bis Arbeitsende wurden 6 Euro brutto in der Stunde bezahlt, abzüglich der gesetzlichen Ruhepausen laut Straßenverkehrsordnung. Die Sozialabgaben werden auch ordnungsgemäß von der Firma bezahlt. Nun kommt der Clou von meinem Chef, um zu sparen, wie es heißt. Seit vier Monaten wird die Fahrzeit nur noch nach dem ADAC-Tourenplaner abgerechnet und bezahlt. Dieser berechnet zum Beispiel für 250 Kilometer eine Fahrtzeit von 2:21 Stunden. Mit Rückfahrt also 500 Kilometer gleich 4:42 Stunden mal 6 Euro. Mehr gibt’s nicht. Der Planer berechnet aber nur die Zeit bei gutem Wetter, besten Straßenverhältnisse und freier Fahrt. Staus, Unfälle, Baustellen, Schlechtwetter, Schnee- und Eisglätte und eventuelle Aufenthalte beim Grenzübergang sind in diesem Schema gar nicht vorhanden. Bei meiner Anfrage beim ADAC mit Schilderung meiner Sachlage hat man mir geraten, einen Anwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen.
-Rheinland-Pfalz-222-




Ständige Angst um Job

Die Firma zahlt einfach pauschal, Urlaubs-Weihnachtsgeld und alle Schichtzulagen (2-Schichtdienst im Wechsel 6 bis 22 Uhr) sind im Bruttolohn (4,25 Euro Brutto-Stundenlohn) enthalten. Die Mitarbeiter arbeiten tagtäglich mit der Angst um ihren Job. Einen Betriebsrat gibt es nicht. Die Arbeitsräume sind eine schlecht klimatisierte Halle, die im Sommer über 35 Grad hat und einen im Winter frieren lässt, da nicht geheizt. Es wurde ein „Prämiensystem“ eingeführt bei dem der Verdienst für 100 Prozent der Zielerreichung bei etwa 25 Euro (netto) im Monat liegt, bei Anforderungen die unverschämt sind. Das Betriebsklima ist deshalb auch am Boden, Professionalität- und Aufstiegs- wie Fortbildungsmöglichkeiten gibt es nicht.

-NRW-181-




5,50 brutto inklusive Bereitschaft zu Wochenendarbeit

Ich arbeite trotz zweier Ausbildungen (Kaufmännisch und Handwerk) nur auf 400 Euro-Basis. Die ersten sechs Monate bekam ich 5,50 Euro brutto Stundenlohn, jetzt 6 Euro. Angeblich sollen in der Firma für Oktober neue Beschäftigte gesucht werden. Sie sollen in den ersten sechs Monaten nur noch 4,50 Euro und dann 5 Euro brutto erhalten. Mit der Bereitschaft zu Samstags- und Sonntags-Arbeit!

-Nordrhein-Westfalen-138-




Ruhe-und Lenkzeiten interessieren hier nicht 12 Stunden mindestens!

Arbeitszeit von 6 Uhr morgens bis Open End - mindestens 12 Stunden am Tag. Fahren darf man nur 9 Stunden, aber das interessiert in dieser Firma niemanden!! 25 Tage Urlaub/Jahr, kein Urlaubs-/Weihnachtsgeld, kein Überstundenkonto. Wie soll bei solchen Arbeitszeiten noch Familienleben stattfinden? Und von einem Bruttofestlohn von 1.350 im Monat kann man heutzutage keine Familie ernähren.

-Bayern-119-




4,00 Stundenlohn fürs Medikamente ausfahren

Ich hatte ein Vorstellungsgespräch in einer Firma, in der man drei Touren Medikamente am Tag ausfährt. Man arbeitet an 11 Tagen im Monat, und kommt auf circa 8 Stunden am Tag. Dafür erhält man 352 Euro (Brutto-Stundenlohn: 4 Euro). Für eine Tour (circa 2 bis 3 Stunden Arbeit erhält man 8-12 Euro).

-Nordrhein-Westfalen-105-




5,25 brutto - Fahrzeuge teilweise nicht mal verkehrssicher!

Stressig, stressig. Viel zu fahren mit alten, teilweise nicht verkehrssicheren Firmenwagen ohne Firmenlogos. Fracht wird so nicht sehr sicher transportiert. (Brutto-Stundenlohn: 5,25 Euro; muss mit ALG 2 „aufstocken")

-Bremen-99-




5,11 Euro brutto, kein bezahlter Urlaub

Ich bin Rentner und arbeite auf 400-Euro-Basis, Stundenlohn: 5,11 Euro. Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein bezahlter Urlaub.

-Baden-Württemberg-80-




Im Durchschnitt 280 Stunden im Monat

Ich arbeite monatlich durchschnittlich 280 Stunden, damit ich mit Müh und Not über die Runden komme. Ich musste nach über einem Jahr Arbeitslosigkeit und privatem Insolvenzverfahren was annehmen. Und jetzt ist es ganz schlecht was Besseres zu finden durch die Wirtschaftslage. Mit den Löhnen, die zur Zeit bezahlt werden, kann man im ganzen Leben nie daran denken, ein Haus zu bauen oder eine Eigentumswohnung zu erwerben.

-Baden-Württemberg-58-




6,31 Euro brutto- Hartz IV nicht wegzudenken

Ich gehe von morgens um 8 bis abends um 17.00 Uhr oder von 9.30 bis um 18.30 Uhr arbeiten - je nach Schicht (6,31 Euro brutto Stundenlohn; 1.010 Euro brutto im Monat). Ab September nur noch Tagschicht, da meine Frau noch mal eine Lehre beginnt, um noch einmal ins Berufsleben zu starten nach der Geburt unserer Tochter. Dazu kommt noch, dass ich teilweise an zwei Wochenenden im Monat im Betrieb arbeiten darf - von 8 bis 14 Uhr. Ich fahre jeden Tag rund 20 Kilometer (eine Strecke) zur Arbeit (pendele oft zwischen zwei Orten des Betriebes). Wenn wir keine Unterstützung bekommen würden, wäre bei uns Mitte des Monats nix mehr zum Essen und zu Trinken da, geschweige denn, dass ich zur Arbeit kommen könnte. Es wird auch nicht besser wenn meine Frau wieder arbeiten geht. Egal wie wir uns drehen und wenden um endlich vom Harz IV weg zukommen, das Geld reicht vorne und hinten nicht durch den niedrigen Lohn!

-Brandenburg-34-




Wie mit 5,30 Euro klar kommen?

Ich arbeite für einen Dienstleister von Volkswagen. Die Kollegen von VW erhalten für die gleiche Arbeit 19,95 Euro!? Wie soll man da mittel- und langfristig mit 5,30 Euro klar kommen??

-Niedersachsen-21-




Kraftfahrer für nur 4,75 Euro/Stunde

Mein Mann wurde zum 1.09.2009 arbeitslos. Vorher hatte er sich auf dem Arbeitsamt gemeldet, von welchen ihm ein Jobangebot gemacht wurde. Befristet für drei Monate für 5 Euro die Stunde. Seine vorherige Firma ging insolvent, wo er 7 Euro die Stunde bekam. Ich habe mich 2008 selbstständig gemacht. Vorher war ich in einem Verkaufswagen beschäftigt für 5,75 Euro die Stunde. Da ich selbstständig bin, würden wir keine finanzielle Unterstützung vom Amt erhalten. Wir haben zwei Kinder. Die Tochter befindet sich in der Ausbildung zur Köchin - 12 Stunden täglich, 240 Euro im 3. Lehrjahr. Unser Sohn besucht ein Sportinternat was wir auch selbst finanzieren. Ich habe Kunden welche ebenfalls als Kraftfahrer tätig sind und sogar nur 4,75 Euro die Stunde bekommen.

-Sachsen-15-




Leiharbeit für unter 7 Euro pro Stunde

Ich bin Logistik-Facharbeiter mit 25 Jahren Berufspraxis und im November 2008 zuversichtlich von Düsseldorf nach Berlin gezogen da eine Zeitarbeitsfirma mir eine Stelle als Fachkraft für Lagerwirtschaft angeboten hatte. Am Anfang des Arbeitsverhältnisses erhielt ich rund 850 Euro netto und zum Schluss etwa 820 Euro brutto da mittlerweile Vier-Tage-Kurzarbeit eingeführt wurde. Allerdings wurde das Arbeitspensum immer größer, trotz Kurzarbeit. Hinzu kommt das Leiharbeiter zwischen 2 und 3 Stellen füllen müssen, die vorher vom Stammpersonal besetzt wurden. Nach deren Entlassung oder Umsetzung verlangt der Arbeitgeber von Leiharbeitern mit einem Lohn von unter 7 Euro die Stunde die gleiche Leistung wie vorher von 2 bis 3 Arbeitern. Die Menschen werden rücksichtslos ausgebeutet. Der Leistungsdruck ist enorm. Wer nicht perfekt funktioniert wird abgemeldet. Die Zeitarbeiter werden wie Sklaven behandelt, beschimpft, mit Redeverboten belegt und mit allen Mitteln unter Druck gesetzt. Die Zeitarbeitsfirma interessiert dies nicht....für jeden der kündigt, warten zahllose neue Arbeitssklaven. Übrigens: Leiharbeiter können die dem Arbeitgeber in Berlin nach 18 Monaten das gleiche Gehalt beanspruchen wie die Stamm-Mitarbeiter. Ich habe aus internen Kreisen erfahren, dass das Unternehmen die in Frage kommenden Leiharbeiter vor Ablauf der Frist kündigen wird. Also ist die ganze Vereinbarung nur wieder heiße Luft.

-Berlin-10-



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