Küchenhilfe: Aus dem erlernten Beruf durch einen Pflegefall zu lange raus, da bleiben bloß Helfertätigkeiten. Für eine Frau meines Alters (50 Jahre), in einem Urlaubergebiet, bleiben also nur Hotels und Gaststätten. Ich habe mich als Zimmermädchen beworben. Der Stundenlohn hätte 5,20 Euro betragen. Das nächste Hotel hat mich dann genommen. Ich habe dort als Küchenhilfe, als Reinigungskraft und auch im Bereich Service gearbeitet. Eine unbezahlte Überstunde täglich, meist war es jedoch mehr, das war normal.
Früh habe ich um 7 Uhr angefangen, ab 8 Uhr war bezahlter Dienstbeginn. Bei 300 Gästen, die 8 Uhr ein Frühstücksbüfett haben wollten, einer Küchenkraft und einer Servicekraft, wäre die geplante und bezahlte Arbeitszeit nicht möglich gewesen. Also habe ich unbezahlt immer früher angefangen. Nach über einem halben Jahr war ich körperlich kaputt. Wirbelsäule und Tennisarm. Ich kann diese Arbeiten nicht mehr machen. Ich habe teilweise durch viele unbezahlte Überstunden Vollzeit gearbeitet, habe aber trotzdem noch Geld vom Staat gebraucht. Unter diesen Vorraussetzungen kann man auch nicht noch privat fürs Alter vorsorgen. Altersarmut also schon vorprogrammiert.
Es ist eine Schande, wenn man von seiner Arbeit nicht mal mehr leben, geschweige denn noch sparen kann. Ich habe trotz Hartz IV eigentlich immer gearbeitet. Ich habe nach wie vor einen Pflegefall Stufe II, aber da ich auf Biegen und Brechen weg von der Staatshilfe wollte, habe ich immer alles versucht und angenommen, jedenfalls Teilzeit. Jetzt bin ich körperlich kaputt, zumindest sagen die Ärzte, dass ich nicht lange stehen, nicht lange sitzen, nicht schwer heben und nicht über Kopf arbeiten darf. Wo bitte gibt es diese Arbeit, ohne entsprechende Ausbildung und in meinem Alter?
-Bayern-247-