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Gutes Fleisch hat seinen Preis

Quelle: Flickr

Was haben „Gammelfleisch“, Niedriglöhne und Geiz-ist-geil- Mentalität miteinander zu tun? Leider mehr, als so manchem Fleischkonsumenten bewusst sein dürfte. Gutes Fleisch hat seinen Preis. Wer Fleisch zu Schleuderpreisen kaufen will, darf sich nicht wundern, wenn dies auf Dauer zu Lasten der Qualität und der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Fleischbranche geht.

Doch die Strukturkrise in der Fleischwirtschaft ist auch auf den starken Konkurrenzdruck durch ausländische Unternehmen, die auf den deutschen Markt drängen, zurückzuführen. Kleinere Unternehmen geraten gegenüber den großen Betrieben noch stärker unter Kostendruck. Der Kampf um Marktanteile erhält eine europäische Dimension. Ausgelagerte Produktionsbereiche auf Basis von Werkvertragsunternehmen, Kontingentarbeitnehmern, billige Roh-, vorgefertigte und Fertigwaren aus dem Ausland und vor allem illegale Beschäftigungskolonnen aus den osteuropäischen Ländern prägen seit einigen Jahren die Branche.

Der Druck des Handels auf die Preise der Fleischproduzenten verschärft diese Situation zusätzlich. Die Beschäftigten spüren die Folgen dieses Preiskampfes ganz unmittelbar: entweder durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, also Lohn- und Sozialdumping, oder durch den Abbau ihrer festen Arbeitsplätze und den Einsatz von ausländischen Werksvertragsarbeitnehmern, die zu schlechteren Konditionen eingesetzt werden. So beträgt der Stundenlohn einer osteuropäischen Arbeitskraft zwischen 1,90 und fünf Euro, der einer inländischen Stammarbeitskraft ist mittlerweile auf weniger als sieben Euro gesunken. Vor der EU-Osterweiterung im Mai 2004 waren es noch zehn bis 15 Euro.

Dieser Entwicklung muss Einhalt geboten werden. Um ein menschenwürdiges Leben der Beschäftigten und die Qualität des sensiblen Produktes Fleisch gewähren zu können, bedarf es motivierter und gut ausgebildeter Fachkräfte, die wenigstens einen existenzsichernden gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Und es bedarf eines gesetzlich garantierten Informantenschutzes für diejenigen Beschäftigten, die auf Missstände im Betrieb hinweisen.



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