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Call Center

Quelle: nyul - Fotolia.com

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di strebt auch für die Beschäftigten in Call Centern einen verbindlichen Mindestlohn an. Die bundesweit 150.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Call Centern ohne allgemeine Tarifbindung sollen möglichst bald eine Lohnuntergrenze von 7,50 Euro pro Stunde erhalten.

Die Branche boomt seit Jahren und mit ihr auch unregulierte und viel zu niedrig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse. Tarifverträge existieren kaum und Löhne von 5,50 Euro pro Stunde sind keine Seltenheit. „Das ist viel zu niedrig“, erklärt Ulrich Beiderwieden, der zuständige ver.di Gewerkschaftssekretär. „Deshalb haben wir im Februar auch gestreikt, aber bisher leider ohne Ergebnis.“ Das Problem sei, erklärt Beiderwieden, dass es keinen klassischen Arbeitgebervertreter in der Branche gebe, mit dem die Gewerkschaft verhandeln könnte.

Dabei sind Tarifverhandlungen für die branchenunabhängigen Call Center dringend nötig. Laut einer ver.di Umfrage gaben 74 Prozent der befragten Call Center Agents an, dass sie einen Zweitjob oder staatliche Unterstützung benötigen, um irgendwie über die Runden zu kommen. 99 Prozent sind im Allgemeinen mit ihrer Entlohnung unzufrieden.

Deshalb setzt sich ver.di nun für einen Mindestlohn in der Branche ein. „Der Mindestlohn ist notwendig, damit die Kolleginnen und Kollegen von dem, was sie verdienen, auch leben können und nicht ihren Lohn aufstocken müssen“, sagt Beiderwieden. Für die Einführung eines Mindestlohns in der Branche komme das Mindestarbeitsbedingungengesetz in Frage. Hierfür müsse die Bundesregierung zunächst die zuständigen Hauptausschüsse bestimmen, die über eine Aufnahme der Call Center in das Gesetz beraten.

Die Beschäftigten und ver.di erfahren Unterstützung bei dem Vorhaben durch die Firma Transcom, die als Arbeitgeber der Branche für einen Mindestlohn werben wolle und die eigenen Beschäftigten auch schon nach diesem Lohnniveau bezahlt.„Als Unternehmer hat man soziale Verantwortung“, so das Mitglied der Geschäftsleitung, Thomas Tannhäuser. Zudem sei ein Mindestlohn wichtig, um Qualität abzuliefern und damit seine Kunden zufrieden zu stellen. Qualität erreiche man nur, so Tannhäuser, wenn sich die Mitarbeiter wohl fühlen. Ein Beleg dafür ist die ungewöhnlich niedrige Fluktuations- und Krankheitsquote bei Transcom. Gerechte Entlohnung zahlt sich also aus.





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