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Satt von kleineren Brötchen?

Quelle: Photocase

Immer mehr Arbeitgeber fordern eine Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden. In letzter Konsequenz führt dies jedoch nicht nur zu Arbeitsplatzvernichtung, sondern auch zu einer massiven Absenkung der Realeinkommen.

Ein Beispiel aus dem Bäckereihandwerk: Eine Bäckereifachverkäuferin im ersten Berufsjahr erhält nach dem Tarifvertrag für Niedersachsen/Bremen bei einer 37,5-Stunden-Woche einen Stundenlohn von 7,69 Euro brutto (1.254 Euro/Monat). Bei einer 40-Stunden-Woche bekäme sie nur noch 7,25 Euro. Alle Zuschläge (z.B. für Sonn-, Feiertags- und Mehrarbeit), die die Arbeitgeber im Bäckereihandwerk im Übrigen auch kürzen wollen, würden dann auf einen gesunkenen Stundenlohn berechnet werden.

Hinzu kommt, dass viele Arbeitgeber im Bäckereihandwerk ihre Vorstöße zur Lohnsenkung - denn auch Arbeitszeitverlängerung ist nichts anderes als Lohnsenkung - nicht nur im Rahmen von Tarifverhandlungen machen, sondern gleich nach außertariflichen Lösungen suchen. Sie kündigen bestehende Tarifverträge und bieten den Beschäftigten in „freien Verhandlungen“ schlechtere Arbeits- und Entgeltbedingungen an.

So haben die Arbeitgeber im Jahr 2005 in drei Bundesländern die zwischen den Bäckerinnungen und der zuständigen Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) geschlossen Manteltarifverträge gekündigt. Die Lohn und Gehaltstarife haben sie teilweise seit 2002 „eingefroren“, also nicht mehr angehoben. Solange die Beschäftigten dort ihren Arbeitsplatz nicht wechseln, gelten die alten Lohnvereinbarungen. Für alle neu Eingestellten kann das ganz anders aussehen.

Außerdem treten immer mehr Bäcker aus der Innung aus und sind damit als Arbeitgeber nicht mehr an die tariflichen Vorgaben gebunden. Das hat zur Folge, dass heute gelernte Bäckereifachverkäuferinnen, die immerhin eine dreijährige Ausbildung absolviert haben, für knapp fünf Euro die Stunde ihre Brötchen verdienen müssen. Diese Form von Lohndumping im Bäckerhandwerk kann nur ein existenzsichernder gesetzlicher Mindestlohn stoppen!



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