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EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
& Dienstleistungsfreiheit
Um ihre Jobs müssen Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe nicht bangen, wenn Deutschland ab Mai seinen Arbeitsmarkt für acht osteuropäische Staaten öffnet. Im Gegenteil: Schon heute ist es für viele Restaurants und Hotels schwierig, genug Personal zu finden, berichtet die Frankfurter Rundschau. Dieser Trend werde sich in Zukunft noch verstärken.
© NickDaVinci/ photocase.de
Während der Personalbedarf in der Branche steigen werde, seien die Auszubildendenzahlen in den letzten Jahren rückgängig, zitiert die Zeitung Guido Zeitler, Branchenexperte bei der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG).
Die Branche hofft deshalb auf Fachkräfte aus Osteuropa. Doch ob diese tatsächlich kommen, ist fraglich. Der Gewerkschaftler Zeitler zeigt sich gegenüber der Frankfurter Rundschau skeptisch. Das Hotel- und Gaststättengewerbe zeichnet sich durch extrem niedrige Löhne aus. Die tariflichen Einstiegslöhne für einfache Arbeiten bewegen sich laut Bericht zwischen 6,20 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 8,40 Euro in Baden-Württemberg. Doch viele Unternehmen zahlten nicht mal das, weil sie nicht tarifgebunden sind. Auch einen Mindestlohn gibt es nicht. Die Gehaltsunterschiede zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Polen seien marginal.
Solche niedrigen Löhne wirkend abschreckend auf Arbeitnehmer aus Osteuropa, schätzt auch ein Bericht des Magazins Mitbestimmung der Hans-Böckler-Stiftung, der die Situation in der Tourismusbranche auf der Ostseeinsel Usedom unter die Lupe nimmt.
Anders könnte es der Frankfurter Rundschau zufolge im Südwesten Deutschlands aussehen, wo die Löhne etwas höher liegen und bereits heute viele Tschechen arbeiten.
Auch die Löhne würden mit der Freizügigkeit im Gastgewerbe nicht im großen Stil sinken, schätzt NGG-Experte Zeitler. Dennoch könne es in einzelnen Fällen durchaus zu Lohndumping kommen. Und noch eine anderen Entwicklung sieht der Gewerkschafter mit der Freizügigkeit auf die Branche zukommen: Mit der Zuwanderung könnte der Druck auf den Arbeitgeberverband Dehoga, die Einkommen anzuheben, wieder sinken. Gegenüber der Frankfurter Rundschau rechnet Arbeitgebervertreterin Warden für die nächsten Jahre noch mit Lohnsteigerungen.
Rund 840.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 750.000 Mini-Jobber arbeiten gemäß NGG in Deutschland in den 200.000 Betrieben des Hotel- und Gaststättengewerbes.
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