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Ausgerechnet im Deutschen Bundestag werden Sicherheitskräfte beschäftigt, die so wenig verdienen, dass sie trotz Vollzeitjob auf die Unterstützung des Staates angewiesen sind. Das belegen Recherchen des ARD-Magazins Monitor. Die Sicherheitskräfte, die im Bundestag die Schleusenkontrollen durchführen, sind bei einem privaten Dienstleister angestellt. Dort verdienen sie 6,25 Euro pro Stunde.
Lübeck. Jeden morgen um fünf macht sich Immanuel W. auf den Weg zur Arbeit. Er schneidet Fenster aus Kunststoff. An das frühe Aufstehen hat er sich inzwischen gewöhnt. Doch mit der ersten Lohnabrechnung kam der Schock. 1780 Euro bleiben ihm und seiner Familie unterm Strich, trotz Vollzeitjob. Bis letztes Jahr lebte die vierköpfige Familie von Hartz IV und kam mit Nebenjob auf 1900 Euro.
Wolfgang R., 54 Jahre, verheiratet, 3 Kinder, Sicherheitsdienst: 5,25 Euro pro Stunde (brutto).
Die Sicherheitsbranche hat ein schlechtes Image. Dass dieses Image nicht von ungefähr kommt, zeigt ein Beitrag vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Der rbb begleitete Klaus Wochatz, einen Beschäftigten der Sicherheitsbranche. Er arbeitet ausschließlich nachts und bis zu 50 Stunden in der Woche. Er verdient nur 6,65 Euro pro Stunde, obwohl sein Lohn innerhalb von drei Jahren bereits dreimal erhöht worden ist. Angefangen hat der 59-Jährige mit einem Lohn von 5,37 Euro pro Stunde.
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Im Berliner Hotel- und Gaststättengewerbe brummt das Geschäft. Mit fast 21 Millionen Übernachtungen verzeichnete Berlin im Jahr 2010 wiederholt einen Rekord. Doch das geschieht vielfach auf Kosten der Beschäftigten.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010