Altersarmut

31.03.2011

Altersarmut in den jüdischen Gemeinden

Gerade im Osten Deutschlands ist Altersarmut ein Problem. Die jüdischen Gemeinden können davon ein Lied singen. Viele ihrer älteren Mitglieder müssen von Grundsicherung leben. Die Gemeinden bemühen sich nach Kräften, die Senioren zu unterstützen. Das Institut für Wirtschaftsforschung prognostiziert, dass Altersarmut weiter zunehmen wird. Bis 2013 soll der Anteil der armen Alten auf mehr als 17 Prozent anwachsen.

Hauptursachen sind Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen. Von beiden sind die Mitglieder der jüdischen Gemeinden besonders betroffen – und das obwohl viele von ihnen hoch qualifiziert sind. Doch bis zu 90 Prozent von ihnen sind als Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen. Dort haben sie den Großteil ihres Arbeitslebens verbracht. Deshalb bekommen sie hier keine Rente, sondern müssen von der Grundsicherung im Alter leben.

Die Gemeinden können ihre Mitglieder nur selten finanziell unterstützen, denn sie haben selbst kaum Geld. Kein Wunder: Ihren Mitgliedern fehlt manchmal schon das Geld für die Monatsbeiträge. Dennoch versuchen sie, für die älteren Mitglieder Konzerte und andere Aktivitäten zu organisieren. Wenn es geht, unterstützen sie sie bei den Kosten für Medikamente. Das alles ist nur möglich durch das Engagement Freiwilliger.

Auch viele Gemeindemitglieder, die noch im Arbeitsleben stehen, verdienen wenig oder haben Mühe, einen einträglichen Job zu finden. Der Hauptgrund: Ihre Qualifikationen werden in Deutschland nicht anerkannt. Und so wird das Problem der Altersarmut die jüdischen Gemeinden in Deutschland wohl noch eine Weile begleiten.
 

 
 

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Monitor, 25.03.2010

 
 
 

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