Gesetzlicher Mindestlohn vs. Branchenmindestlöhne

24.02.2011

Der Mindestlohn... gefährdet keine Jobs

"Ein Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze." Mit dieser Behauptung sträuben sich Arbeitgeberverbände, neoklassische Ökonomen und Politiker von FDP und CDU seit Jahren gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Ihr Argument: Hohe Löhne halten Unternehmen davon ab, Beschäftigte einzustellen. Stattdessen würden die Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagern. Niedriglöhne würden also helfen, Arbeitsplätze zu sichern.

© kallejipp/ photocase.com

 

Dieses Argument ist seit langem widerlegt. Zahlreiche Studien über die Folgen von Mindestlöhnen in Großbritannien und den USA zeigen: Mindestlöhne haben keinen negativen Beschäftigungseffekt. Unter Ökonomen ist das inzwischen Mehrheitsmeinung – nur in Deutschland nicht.

Auch die Verlagerungsdrohung läuft ins Leere: Am stärksten von Lohndumping betroffen sind ortsgebundene Dienstleistungen, die sich gar nicht verlagern lassen: Pflegedienste, Friseure, Floristen oder das Bewachungsgewerbe.

Auch führen Niedriglöhne keineswegs zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. In vielen Regionen vor allem Ostdeutschlands sind mittlerweile Löhne zwischen vier und fünf Euro verbreitet, ohne dass die Arbeitslosigkeit nennenswert gesunken wäre.

Andersherum: Niedrige Löhne sind eine Folge hoher Arbeitslosigkeit. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwingt viele Menschen, für zu wenig Geld zu arbeiten. Niedriglöhne schwächen die Kaufkraft und damit die Binnennachfrage. Sie bremsen die Konjunktur und verhindern einen nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit.

Ein gesetzlicher Mindestlohn würde keine Jobs gefährden. Indem er den privaten Konsum stärkt, könnte er die Wirtschaft sogar ankurbeln und zu Investitionen in neue Arbeitsplätze führen.

 
 

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