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Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
"Ein Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze." Mit dieser Behauptung sträuben sich Arbeitgeberverbände, neoklassische Ökonomen und Politiker von FDP und CDU seit Jahren gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Ihr Argument: Hohe Löhne halten Unternehmen davon ab, Beschäftigte einzustellen. Stattdessen würden die Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagern. Niedriglöhne würden also helfen, Arbeitsplätze zu sichern.
© kallejipp/ photocase.com
Dieses Argument ist seit langem widerlegt. Zahlreiche Studien über die Folgen von Mindestlöhnen in Großbritannien und den USA zeigen: Mindestlöhne haben keinen negativen Beschäftigungseffekt. Unter Ökonomen ist das inzwischen Mehrheitsmeinung – nur in Deutschland nicht.
Auch die Verlagerungsdrohung läuft ins Leere: Am stärksten von Lohndumping betroffen sind ortsgebundene Dienstleistungen, die sich gar nicht verlagern lassen: Pflegedienste, Friseure, Floristen oder das Bewachungsgewerbe.
Auch führen Niedriglöhne keineswegs zu einem Rückgang der Arbeitslosigkeit. In vielen Regionen vor allem Ostdeutschlands sind mittlerweile Löhne zwischen vier und fünf Euro verbreitet, ohne dass die Arbeitslosigkeit nennenswert gesunken wäre.
Andersherum: Niedrige Löhne sind eine Folge hoher Arbeitslosigkeit. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zwingt viele Menschen, für zu wenig Geld zu arbeiten. Niedriglöhne schwächen die Kaufkraft und damit die Binnennachfrage. Sie bremsen die Konjunktur und verhindern einen nachhaltigen Abbau der Arbeitslosigkeit.
Ein gesetzlicher Mindestlohn würde keine Jobs gefährden. Indem er den privaten Konsum stärkt, könnte er die Wirtschaft sogar ankurbeln und zu Investitionen in neue Arbeitsplätze führen.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010