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Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
In keinem der Länder ohne Mindestlohn sind die Lücken im Tarifsystem so groß wie in Deutschland: Für ein Drittel der Beschäftigten in Westdeutschland und für fast die Hälfte in Ostdeutschland gelten keine Tarifverträge mehr. In Deutschland haben das die Arbeitgeber durch ihre Verbandsflucht bewirkt.
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In den skandinavischen Ländern besteht traditionell ein hoher Organisationsgrad und damit flächendeckende Tarifbindung. Dort haben die Unternehmen die Bedeutung von Tarifverträgen verstanden und plädieren nicht für Austritt aus den Arbeitgeberverbänden bzw. für Mitgliedschaft ohne Tarifbindung. In Italien erklärt der Staat die Tarifverträge einseitig für allgemeinverbindlich, in Österreich sind Unternehmen durch die
automatische Kammermitgliedschaft an die Tarifabschlüsse gebunden.
Die bisherigen Regelungen wie Entsendegesetz und Mindestarbeitsbedingungsgesetz zielen auf die Einführung von Branchenmindestlöhnen ab. Viele Branchen sind jedoch nicht über einen Branchenmindestlohn zu regeln, etwa dann, wenn ein Arbeitgeberverband als Vertragspartner für Tarifverhandlungen fehlt. Das gleiche gilt dort, wo Beschäftigte und Gewerkschaften nicht stark genug sind, um Existenz sichernde Löhne auszuhandeln. In diesen Branchen würde der gesetzliche Mindestlohn eine unterste Haltelinie einziehen und die Beschäftigten vor Armutslöhnen schützen - flächendeckend und ausnahmslos. Auch die Folgen von niedrigen Einkommen wie Kinder- und Altersarmut oder der Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen würden so reduziert.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010