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Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
In keinem der Länder ohne Mindestlohn sind die Lücken im Tarifsystem so groß wie in Deutschland: Für ein Drittel der Beschäftigten in Westdeutschland und für fast die Hälfte in Ostdeutschland gelten keine Tarifverträge mehr. In Deutschland haben das die Arbeitgeber durch ihre Verbandsflucht bewirkt.
Ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn ist leicht verständlich und daher einfach zu kontrollieren. Da die festgelegte Höhe für alle gilt und allgemein bekannt ist, wissen Beschäftigte genau, was ihnen mindestens zusteht. Denn anders als das Arbeitnehmer-Entsendegesetz bezieht der gesetzliche Mindestlohn alle Branchen ein. Er erfordert weniger Bürokratie und ist einfacher zu kontrollieren.
"Ein Mindestlohn gefährdet Arbeitsplätze." Mit dieser Behauptung sträuben sich Arbeitgeberverbände, neoklassische Ökonomen und Politiker von FDP und CDU seit Jahren gegen den gesetzlichen Mindestlohn. Ihr Argument: Hohe Löhne halten Unternehmen davon ab, Beschäftigte einzustellen. Stattdessen würden die Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagern. Niedriglöhne würden also helfen, Arbeitsplätze zu sichern.
Ein häufiges Argument gegen Mindestlöhne lautet, Mindestlöhnen führten unweigerlich zu Preiserhöhungen. Da diese von den Kunden nicht mitgetragen würden, müssten die Unternehmen Beschäftigte entlassen. Löhne stellen jedoch nur eine Komponente der Unternehmenskosten dar und wirken sich daher auch nur teilweise auf die Preise aus.
Gesetzlicher Mindestlohn
vs. Branchenmindestlöhne
Der Mindestlohn brächte vielen Menschen mehr Geld auf dem Konto – Geld, das sie dringend zum Leben brauchen. Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit geringem Einkommen wäre es dann möglich, ihr Leben würdevoll und unabhängig von staatlichen Hilfeleistungen zu bestreiten. Auch Staat und Allgemeinheit würden davon profitieren: Unternehmen könnten sich dann nicht mehr ihre niedrigen Löhne vom Staat bezuschussen lassen.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010