Frauen

18.03.2011

Der Mindestlohn... stärkt Familienernährerinnen

Häufig wird behauptet, dass Frauen nur einen „Zuverdienst“ zum Haushaltseinkommen beisteuern. Ein Niedriglohn müsse deshalb nicht unbedingt zu Armut führen. Doch diese Vorstellung ist überholt. Immer mehr Frauen erwirtschaften heute den Hauptteil des Familieneinkommens. Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Frauen sind laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung heute keine Zuverdienerinnen mehr.

© Jo3-Hannes/ photocase.de

 

In 34 Prozent der Haushalte, in denen eine Frau lebt, ernährt sie sogar mit ihrem Einkommen die Familie.

Doch obwohl immer mehr Frauen den Hauptteil des Haushaltseinkommens bestreiten, arbeiten sie überdurchschnittlich oft für einen Niedriglohn. Alleinerziehende Frauen haben es besonders schwer. Um nebenbei die Kindererziehung zu gewährleisten, müssen sie oft schlecht bezahlte Teilzeit- oder Minijobs annehmen. Trotzdem erziehen immer mehr Frauen ihre Kinder allein. Die rasant gestiegene Armut dieser Frauen zeigt, dass gerade sie auf ein Existenz sicherndes Einkommen angewiesen sind.

Ein Mindestlohn würde die Einkommenssituation der Familienernährerinnen verbessern – und damit auch die ihrer Partner und Kinder. Und auch für Frauen und Männer, die tatsächlich einen Zuverdienst zum Haushalt leisten, ist ein Mindestlohn geboten. Denn: Auch ein berufstätiger Partner schützt nicht unbedingt und dauerhaft vor Armut. Arbeitslosigkeit des Partners, Trennung oder Scheidung können die Situation rasch ändern. Mit einer gesetzlichen Lohnuntergrenze sind solche Einschnitte besser zu bewältigen.

 
 

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