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EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit
& Dienstleistungsfreiheit
Die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer aus Mittel- und Osteuropa löst bei vielen Menschen Ängste aus. Befürchtet wird, dass osteuropäische „Billigarbeiter“ hierzulande Löhne drücken und manche sogar den Arbeitsplatz kosten könnten. Rechte Parteien versuchen, hieraus politisches Kapital zu schlagen. Sie schüren gezielt solche Ängste, um sie in rassistische Ressentiments umzumünzen.
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Doch nicht Migranten sind das Problem des europäischen Arbeitsmarkts, sondern gezielte Dumping-Strategien von Unternehmen. Sie nutzen die schwierige Lage vieler Migranten aus, um sie für wenig Geld und zu schlechten Bedingungen zu beschäftigen. Manche Unternehmen verlangen von ihren Beschäftigten, als Scheinselbstständige zu arbeiten, um bestehende Mindeststandards zu umgehen. Oder sie gründen Subunternehmen in Niedriglohnländern und beauftragen sie mit Tätigkeiten, die vorher durch die Stammbelegschaft erledigt wurde. Die hierfür entsandten Arbeitnehmer erhalten aber nur den niedrigen Tarif des Herkunftslandes – das ist nach den neuen Regeln ab Mai 2011 möglich.
Ein gesetzlicher Mindestlohn schafft hier Abhilfe. Die Erfahrungen aus Großbritannien, das seinen Arbeitsmarkt bereits 2004 vollständig öffnete, zeigen, dass eine gesetzliche Lohnuntergrenze rassistischen Einstellungen von Arbeitnehmern vorbeugen kann. Denn niemand braucht mehr Angst zu haben, dass Unternehmen zugewanderte Arbeitskräfte schlechter bezahlen als inländische.
Eine Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung schätzt zudem, dass die Migranten selbst die größte Last der neuen Freizügigkeit zu tragen haben. Da ausländische Bildungsabschlüsse hier oftmals nicht anerkannt werden, arbeiten viele ausländische Beschäftigte in Deutschland weit unterhalb ihres Qualifikationsniveaus – zu niedrigen Löhnen. Neue Zuwanderer konkurrieren daher vor allem mit schon länger im Land lebenden Einwanderern und niedrig qualifizierten Einheimischen.
Um den Dumping-Strategien der Unternehmen einen Riegel vorzuschieben, brauchen wir einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn, der ausnahmslos für alle Branchen gilt. Davon würden Zugewanderte wie Einheimische gleichermaßen profitieren.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010