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„Ich verdiene 4,32 Euro in der Stunde. Brutto.“ (Mitarbeiter eines Wachdienstes in Mecklenburg-Vorpommern) „4,54 Euro, mehr ist nicht drin.“ (Floristin aus Thüringen) „Wie soll ich von 4,69 Euro Stundenlohn leben?“ (Friseurin aus Pinneberg, Schleswig-Holstein) Der Niedriglohnsektor in Deutschland wächst. Von Niedriglöhnen spricht man, wenn ein Einkommen zwei Drittel des mittleren Lohns unterschreitet.
© Rick Reimers/ photocase.de
In Deutschland lag der mittlere Lohn für eine Vollzeitstelle im Jahr 2009 bei 2.676 Euro brutto im Monat. Wer weniger als 1.784 Euro brutto verdiente (umgerechnet etwa 10 Euro pro Stunde), bezog Niedriglohn. Laut einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit von November 2010 waren im Jahr 2009 22 Prozent der vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer zu Niedriglöhnen beschäftigt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 16,6 Prozent gewesen. Die oben genannten Beispiele zeigen: Nicht nur Niedrig- sondern Dumpinglöhne sind mittlerweile in vielen Branchen zur Regel geworden.
Niedriglöhne sind in Ostdeutschland weiter verbreitet als in Westdeutschland, und Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. In Westdeutschland erhielten 34,4 Prozent der weiblichen Beschäftigten, aber nur 12,6 Prozent der Vollzeit arbeitenden Männer Niedriglohn. In Ostdeutschland fällt die Differenz etwas geringer aus. Ebenfalls überdurchschnittlich betroffen sind jüngere Beschäftigte sowie Migrantinnen und Migranten.
Arbeit zu Niedriglöhnen untergräbt die Menschenwürde und treibt Beschäftigte in die Verschuldung. Seit 2005 steigt die Zahl der Privatinsolvenzen kontinuierlich. Im Jahr 2010 mussten 19.000 Menschen (oder 7,6 Prozent) mehr Privatinsolvenz anmelden als noch im Jahr zuvor. Experten rechnen damit, dass sich dieser Trend fortsetzt.
Ein Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde reicht nicht aus, um Niedriglohn zu verhindern. Aber er würde den freien Fall der Löhne stoppen und kann helfen, die Entwicklung umzukehren.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010