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Menschen mit niedrigen Einkommen sind häufiger krank. Dieser Zusammenhang von Gesundheitszustand und Einkommensniveau wird regelmäßig in wissenschaftlichen Studien belegt. Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts von 2006 sinkt und steigt die Lebenserwartung von Erwerbstätigen mit ihrem Einkommen. Bis zu zehn Jahre kann demnach die Lebenserwartung von 65-Jährigen einkommensbedingt variieren. Mit anderen Worten: Wer weniger verdient, stirbt früher.
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Beschäftigte im Niedriglohnsektor sparen sich den Arztbesuch. Für Menschen im Niedriglohnsektor stellen die seit Jahren steigenden Beiträge zur Krankenversicherung eine täglich spürbare Belastung dar. Da zudem der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen stetig reduziert wird, sind auch sie zunehmend auf private Gesundheitsvorsorge angewiesen – und sei es nur, um Erkältungsmittel selber zu kaufen, damit der schlecht bezahlte Arbeitsplatz nicht durch krankheitsbedingte Fehlzeiten in Gefahr gebracht wird. Ein Verhalten, das mittlerweile bei allen Beschäftigten unabhängig vom Einkommen zu beobachten ist.
Die krankheitsbedingten Fehltage in deutschen Betrieben sind seit Jahren auf einem Tiefstand. Dies ist kein Ausdruck einer verbesserten Volksgesundheit, sondern das sichtbare Zeichen der grassierenden Angst um den eigenen Arbeitsplatz. Für Menschen, deren Lohn kaum zum Leben reicht, werden Versicherungskosten, Vorsorge und gesunde Lebensführung schnell zu einem unerschwinglichen Luxus.
Doch der gesetzliche Mindestlohn schützt nicht nur die Gesundheit des Einzelnen heute. Er stützt auch das öffentliche Gesundheitssystem und sichert damit die Gesundheit aller in der Zukunft. Denn dieses System basiert auf dem solidarischen Ausgleich unter allen Einzahlenden. Wer viel verdient, zahlt mehr, wer wenig verdient, zahlt entsprechend weniger. Der Beitrag jeder und jedes Einzelnen richtet sich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit und nicht nach dem persönlichen Krankheitsrisiko. Hohe Arbeitslosigkeit, der Abbau sozialversicherungspflichtiger Jobs und die Zunahme der Beschäftigung im Niedriglohnsektor haben immer niedrigere Beiträge zur Folge. Gleichzeitig wird es Besserverdienenden immer leichter gemacht, sich privat zu versichern. Das sind die Hauptursachen der Finanzierungslücke im öffentlichen Gesundheitswesen: Bei gleichbleibenden Kosten brechen die Einnahmen weg. Eine Ausweitung des Niedriglohnsektors sprengt die Finanzierungsgrundlage jedes solidarischen Gesundheitssystems. Ein gesetzlicher Mindestlohn stärkt das Gesundheitssystem und schützt damit die Gesundheit aller.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010