Schnellzugriff
Menschen mit niedrigen Einkommen sind häufiger krank. Dieser Zusammenhang von Gesundheitszustand und Einkommensniveau wird regelmäßig in wissenschaftlichen Studien belegt. Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts von 2006 sinkt und steigt die Lebenserwartung von Erwerbstätigen mit ihrem Einkommen. Bis zu zehn Jahre kann demnach die Lebenserwartung von 65-Jährigen einkommensbedingt variieren. Mit anderen Worten: Wer weniger verdient, stirbt früher.
„Ich verdiene 4,32 Euro in der Stunde. Brutto.“ (Mitarbeiter eines Wachdienstes in Mecklenburg-Vorpommern) „4,54 Euro, mehr ist nicht drin.“ (Floristin aus Thüringen) „Wie soll ich von 4,69 Euro Stundenlohn leben?“ (Friseurin aus Pinneberg, Schleswig-Holstein) Der Niedriglohnsektor in Deutschland wächst. Von Niedriglöhnen spricht man, wenn ein Einkommen zwei Drittel des mittleren Lohns unterschreitet.
Kritiker eines Mindestlohnes behaupten gerne, dieser fördere die Schwarzarbeit. Martin Wansleben vom Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte mit diesem Argument im Juli 2010 vor der Einführung eines Pflegemindestlohns; Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), erneuerte diese Warnung im März 2011. Für dieses Argument müssen zwei Begründungen herhalten.
Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010