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Wer Steuern zahlt, subventioniert den Niedriglohnsektor. Die Hartz-Reformen haben den Druck auf Arbeitslose erhöht, auch schlecht bezahlte Jobs anzunehmen. Durch die verschärften Zumutbarkeitsregeln sind immer mehr Menschen gezwungen, zu Löhnen unterhalb des Existenzminimus zu arbeiten.
© artweise/ photocase.de
In solchen Fällen stocken die Arbeitsagenturen die schlechten Löhne durch staatliche Transferleistungen auf.
Mit diesen Zahlungen subventionieren Staat und Steuerzahler die Ausbreitung von Löhnen unterhalb des Existenzminimums. 2009 erhielten im Jahresdurchschnitt mehr als 1,3 Millionen Bürger Arbeitslosengeld II, obwohl sie eine Vollzeit- oder Teilzeitstelle hatten. Die Kosten der Aufstockung beliefen sich auf knapp 11 Milliarden Euro. Unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag die Quote der Aufstocker bei 2,6 Prozent. Vier Jahre zuvor waren es 1,5 Prozent gewesen. Die Ausbreitung des Niedriglohnsektors wird staatlich gefördert – auf Kosten der Allgemeinheit.
Mit dieser staatlich finanzierten Ausbeutung muss Schluss sein. Es ist nicht die Aufgabe des Staates und der Allgemeinheit, Hungerlöhne zu bezuschussen. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erwirtschaften durch ihre Arbeit die Gewinne der Unternehmen. Die Unternehmen müssen ihren Beschäftigten menschenwürdige Löhne zahlen. Ein Mindestlohn nimmt die Unternehmen in die Pflicht, entlastet die Sozialsysteme, die Staatskasse und die Steuerzahler.
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Die Wirtschaft boomt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch das Jobwunder made in Germany hat eine Kehrseite: Die neuen Arbeitsplätze sind oft unsicher, befristet und schlecht bezahlt. Leiharbeit und Minijobs breiten sich aus, die Lohnentwicklung zeigt nach unten. „Armut im Aufschwung - Der Boom der Billiglöhne“ - darüber diskutiert Thomas Leif in der SWR-Sendung 2+Leif mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Oskar Lafontaine, Fraktionschef der LINKEN im Saarland. SWR, 02.05.2011
Bei der Geburt sind alle Menschen gleich? Von wegen. Ob ein Mensch arm oder reich geboren ist, entscheidet von Anfang an über seine Entwicklungschancen. Die WDR Sendung Quarks & Co. ist den wichtigsten Fragen zum Thema nachgegangen: Wann ist ein Mensch arm, und wie ist der Reichtum in der Gesellschaft verteilt? Welche Chancen haben arme und reiche Kinder in Deutschland auf Karriere, Glück und Gesundheit?
Quarks & Co „Bist du reich genug?“, Sendung vom 12.4.2011
Jung, ausgebildet - prekär beschäftigt. Die Wirtschaft nimmt nach der Krise wieder Fahrt auf, die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch so richtig profitieren die jungen Arbeitnehmer noch nicht vom Aufschwung. Leiharbeit und befristete Jobs: Prekäre Beschäftigungsverhältnisse prägen ihre noch kurzen Erwerbsbiografien. ZDF.reporter, Sendung vom 11.11. 2010
Die gesetzliche Rente für die heute 30- bis 40-jährigen wird mager ausfallen und in Ostdeutschland sogar bedrohlich klein. Der Grund ist lange bekannt: immer weniger Menschen haben lebenslang eine Vollzeitstelle zu einem Tariflohn. „Normal“ werden Phasen ohne Arbeit, oder Teilzeitjobs oder Niedriglöhne, usw. Altersarmut verhindern, aber wie? Markus Schmidt und Kim Otto über - Umschichtung."
Monitor, 25.03.2010