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Öko, aber Niedriglohn

Das Image des Ökohandels bekommt Risse. Ein Artikel von Spiegel online räumt mit dem sauberen Bild der Ökobranche auf. Denn auch dort tobe ein Preiskampf um jeden Cent, der sich negativ auf die Löhne der Beschäftigten auswirke.

Meist arbeiteten Minijobber, Teilzeitkräfte oder studentische Aushilfen für Stundenlöhne von sieben bis acht Euro. Tarifverträge existierten kaum. „Um Discount-Preise zu bieten, betrieben viele Biomärkte massives Lohndumping“, kritisiert Ulrich Dalibor von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Betroffen seien aber nicht nur Aushilfskräfte, sondern auch qualifiziertes Personal, so der Gewerkschafter.

Vertreter der Branche bestätigen den Vorwurf Dalibors: „Ohne Acht-Euro-Löhne geht es oft nicht. Wer im Bio-Handel überleben will, muss Kompromisse machen – oft zu Lasten der Angestellten“, so ein Arbeitgeber aus Berlin. Schuld an den niedrigen Löhnen seien die Discounter und der Preisdruck, der auf der gesamten Branche laste. Denn „auch bei Bio wird auf den Preis geschaut“. Das bestätigt der Geschäftsführer einer Biomarktkette mit Filialen in Hamburg und Berlin: „Auch wir unterliegen der starken Konkurrenz im Lebensmitteleinzelhandel.“

Gewerkschafter Dalibor unterstreicht: „Im Bio-Bereich wird mit härtesten Bandagen um den günstigsten Preis gekämpft.“ Dabei mache sich die Branche „unglaubwürdig, wenn sie Fair-Trade-Produkte an den Mann bringt, aber ihre eigenen Mitarbeiter unter Sklavenbedingungen arbeiten lässt.“

Das sehen auch die beiden Unternehmer ein: „Die Biobranche braucht eine Imagekorrektur“, so der Unternehmer aus Berlin. Der Manager aus Hamburg betont, Öko bedeute für ihn, mit allen Ressourcen vernünftig umzugehen. Natürlich auch mit seinen Mitarbeitern.

Längst ist der Preiskampf im Einzelhandel in der vermeintlich philanthropischen Ökobranche angekommen. Dass diese Branche so unter Druck gerät und Lohndumping betreibt, verdeutlicht, dass alle Beschäftigten des Einzelhandels dringend einen Mindestlohn benötigen, damit die Preisspirale auf Kosten der Beschäftigten ein Ende hat.



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