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Öffentlich geförderte Niedriglöhne im Klinikum Karlsburg

Krankenhausflur - Quelle: photocase.com

Norddeutschlands modernster Herz-OP-Saal“ wurde Anfang Juli im vorpommerschen Karlsburg eingeweiht. Ermöglicht wurde der Bau des fünften so genannten „Hybrid-Operationssaal“ Deutschlands durch Gelder aus dem Konjunkturprogramm. 2,5 Millionen Euro gab die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns dazu.

Eine öffentliche Investition wie diese wäre ein vollkommen gewöhnlicher Vorgang. Doch das Klinikum Karlsburg wird von einem Unternehmen betrieben, das bisher vor allem durch schlechte Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne aufgefallen ist, der Klinikgruppe Dr. Guth. Nach Angaben der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di verdienen die Pflegekräfte des Herzzentrums in Vorpommern Bruttomonatsgehälter von nur rund 1.600 Euro. Um Personalmangel auszugleichen, müssten die Beschäftigten oft Doppelschichten ableisten. Die Arbeitsbelastung sei „enorm“.

ver.di fordert Tarifverträge für Beschäftigte des Klinikums

Ver.di-Landesfachbereichsleiter Steffen Kühhirt ist empört über die Subventionierung des Klinikums Karlsburg. „Es ist absurd, wenn Steuergelder in private Klinik-Betreiber investiert werden, die Billig-Löhne zahlen und sich einem Tarifvertrag mit ver.di verweigern“. Angesichts des Fachkräftemangels in der Branche sei diese Art der Vergabe öffentlicher Gelder „das falsche Signal“ und nicht das, was man von einer sozialdemokratischen Landesregierung erwarte. „Wer Gesundheitsland im Norden werden möchte, muss auch gute Löhne und Gehälter zahlen“, fordert Kühhirt. „Schaufenster-Reden brauchen wir nicht“.

Die Mittelvergabe an die Dr. Guth Klinikgruppe gehört nach Ansicht von ver.di auf den Prüfstand. Seit Jahren erwirtschaftet das Unternehmen hohe Gewinne. Mit dem neuen, öffentlich finanzierten Operationssaal dürften diese noch höher ausfallen. Ver.di fordert nun einen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Klinikums Karlsburg.



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